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Betriebssport: Yoga am Nachmittag

30.05.2016

Yoga mit Kollegen und das nach einem frühen Feierabend – in diesen Genuss kommt jeden Dienstag eine Gruppe von TK-Mitarbeitern in der Hamburger Hauptverwaltung (HV). Der Kurs ist eines von 27 Betriebssport-Angeboten der TK. Wir haben TK-Mitarbeiterin Pia Jai, die die Gruppe zusammen mit ihrer Kollegin Antje Heinemann organisiert, zum Yoga begleitet. Dabei haben wir erfahren, wie man eine Betriebssport-Gruppe gründet und betreut. Ein kleiner Wegweiser.

„Yoga bringt mich wieder in Balance, gibt neue Kraft für den Alltag und hält mich flexibel auch im übertragenen Sinn“, sagt Pia Jai. Es ist 16.30 Uhr und die Leiterin des Versorgungsmanagement-II-Teams ist auf dem Weg zur alten Margarinefabrik, rechts vom TK-HV-Haupteingang.

In der Mehrzweckhalle finden sich heute rund ein halbes Dutzend der 34 Kursteilnehmer ein. Wie jeden Dienstag wollen sie mit Trainer Michael Kölln zusammen Hatha-Yoga machen. „Aufgrund von anderen Terminen und Dienstreisen können nicht immer alle“, so Jai.

Ins Gleichgewicht kommen

Hatha Yoga ist eine Form des Yoga, bei der das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist angestrebt wird. Und das vor allem durch Asanas – das sind körperliche Übungen – sowie Pranayama, Atemübungen, und Meditation.

„Besonders an stressigen Tagen merke ich nach der Übungsstunde oft, wie ich in Balance komme und Energien im Körper wieder fließen – das macht ausgeglichen und wach“, sagt die sympathische Führungskraft.

Bei der TK großgeschrieben

Yoga am Nachmittag – Lauftraining nach Feierabend – bei der TK gibt es bundesweit 27 Betriebssport-Gruppen (BSG), 15 in der Hauptverwaltung in Hamburg und zwölf in den Dienststellen.

Pia Jai bei der Yoga-Übung „Baum“ auf einem Radtour-Zwischenstopp in Rajastan, Nordindien
Pia Jai bei der Yoga-Übung „Baum“ in Nordindien

Organisiert sind die meisten der Gruppen mit rund 5.000 Betriebssport-Gruppen anderer Firmen im Deutschen Vertriebssportverband.

Das Angebot reicht von Badminton, Fußball, Tennis, Golf und Klettern über Laufen, Bowling und Rudern bis hin zu ausgefallenen Tanzangeboten wie ZumDance oder Celtic Dance und sanften Entspannungs- und Bewegungsformen wie Pilates, Yoga oder Qigong.

Effektive Prävention

Damit gehört die TK zum guten Drittel aller deutschen Firmen, die etwas für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun: Betriebssport zu fördern ist bei ihnen Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Das ist nicht viel. Bedenkt man, dass betriebliche Gesundheitsförderung und regelmäßige Bewegung nachweislich krankmachenden Stress am Arbeitsplatz verringern und damit die Volkswirtschaft entlasten: 225 Milliarden Euro kosten kranke Beschäftigte dem deutschen Staat jedes Jahr.

Eine günstige Möglichkeit

Betriebssport motiviert, Sport zu treiben, und damit das Risiko, an Fettleibigkeit, Diabetes, Herzerkrankungen oder Darmkrebs zu erkranken: „Der Mitgliedbetrag beim Yoga ist mit zehn Euro im Quartal wirklich gering“, erklärt Pia Jai. „Möglich macht das der Zuschuss, den die TK als Arbeitgeber gewährt.“

Los geht's: Alle nehmen gegenüber von Trainer Michael Kölln auf ihren Matten Platz.
Los geht’s: Alle nehmen gegenüber von Trainer Michael Kölln auf ihren Matten Platz.

Zuschuss für Anschaffungen

Zusammen mit fünf weiteren Kollegen hat Pia Jai sich mittlerweile eine der zur Verfügung stehenden Yogamatten und eine Decke geschnappt.

„Die 30 Yogamatten und 22 Decken haben wir zusammen mit Therabändern über die Jahre immer wieder bestellt und nachgefüllt, seitdem wir die Gruppenorganisation und -betreuung vor drei Jahren übernommen haben“, erklärt Pia Jai.

Nicht nur für Profis

Die Stunde beginnt. Die Teilnehmer verneigen sich zu einem Gruß und fangen an, auf ihren Matten mit dem Oberkörper zu kreisen. Die meisten sitzen dabei mit aufgerichtetem Oberkörper im ganz normalen Schneidersitz.

Den professionellen halben oder ganzen „Lotussitz“, bei dem entweder einer oder beide Füße mit nach oben gerichteten Sohlen auf den Oberschenkeln aufliegen, schaffen nur Geübte, so wie es Trainer Michael Kölln vormacht.

Übung macht den Meister

Auch Pia Jai hat mittlerweile fast 20 Jahre Yoga-Praxis: Sie war auch schon einmal in einem Ashram. Eine Erfahrung, die sie motiviert hat, auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland wieder intensiver Yoga zu machen.

„Im Ashram im südindischen Kerala begann der Tag schon um fünf Uhr morgens mit einer ersten Meditation“, erzählt sie. „Dann gab es um acht Uhr zwei Stunden Yoga, nach der ersten Mahlzeit, um elf Uhr, sogenanntes Karma-Yoga und dann, nach einem Vortrag oder Workshop, spätnachmittags noch einmal Yoga, bis der Tag um 22 Uhr endete.“

Ausgleich zum Büroalltag

„Wenn wir den Sonnengruß machen, merke ich oft schon, wie gut die Bewegung tut – nach so einem Tag am Bürotisch und oft mit vielen Meetings“, so Jai.

Trainer Michael Kölln macht den „Sonnengruß“ vor, die wohl bekannteste Asana-Abfolge.
Trainer Michael Kölln macht den „Sonnengruß“ vor, die wohl bekannteste Asana-Abfolge.

Nachdem die Teilnehmer die zwölf Stellungen des Sonnengrußes dynamisch auf ihrer Matte ausgeführt haben, sind die Muskeln aufgewärmt. Dann folgt die Stunde einem bestimmten Thema.

Zuschüsse für Trainer

Kölln, der alle Übungen vormacht und, wo nötig, korrigiert, ist ausgebildeter Yogalehrer. Er leitet seit über zwölf Jahren Kurse bei verschiedenen Anbietern in Hamburg.

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Heute sollen die Übungen physisch und energetisch den Bauchbereich und die Körpermitte stärken.

Mit dieser Qualifikation, einer abgeschlossenen Ausbildung und mindestens 200 Stunden Kursleitererfahrung, erfüllt Kölln die Kriterien für eine Bezuschussung durch die TK.

Daher kann die Stunde deutlich günstiger angeboten werden als in den privaten Studios, in denen er sonst meist unterrichtet – da zahlen Teilnehmer laut Preisliste im Internet 14,50 EUR pro Stunde.


Die Finanzierung

Zu welchen Aufwendungen BSG Zuschüsse vom Arbeitgeber bekommen, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Bei der TK werden im Groben folgende Aufwendungen bezuschusst:

  • Platz- und Hallenmieten, wenn keine Räumlichkeiten vorhanden sind
  • Sportgeräte
  • Beiträge für die Mitgliedschaft im Verband (Versicherungsschutz)
  • Kosten für zertifizierte und von den Krankenkassen anerkannte Trainer, wenn der Sport nicht ohne Trainer ausgeübt werden kann
  • Teilnahmegebühren für Wettbewerbe bei Wettkampfsportarten

Noch kein Betriebssport? Die TK hilft!

Arbeitgeber sind nicht verpflichtet, das betriebliche Gesundheitsmanagement zu unterstützen: „Das Thema ,Betriebssport‘ kann in einer Firma aber wichtiger Bestandteil der betrieblichen Gesundheitsförderung sein“, erklärt Beate Helbig.

TeamYoga
Die TK bietet einen Firmenservice für Betriebe an, die etwas für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun wollen.

Beate Helbig arbeitet im Fachreferat „Betriebliche Gesundheitsförderung“: „Wir unterstützen Unternehmen, gesundheitsfördernde Maßnahmen für ihre Mitarbeiter zu planen und umzusetzen“, so Helbig.

Dabei kann die TK bei Firmen, in denen TK-Versicherte arbeiten, auch Betriebssport-Angebote wie Yoga bezuschussen: „Dazu müssen die Kurse aber den Qualitätskriterien des Leitfadens ,Prävention‘ entsprechen“, so Helbig. „Reine Freizeit- und Spaßangebote wie Fußball oder Volleyball können nicht bezuschusst werden.“

Gesundheitsförderung lohnt sich

Betriebliche Gesundheitsförderung wird auch vom Staat belohnt: Pro Mitarbeiter und Jahr können Betriebe bis zu 500 Euro lohnsteuerfrei in gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Betriebssport investieren. Voraussetzung dabei ist aber auch hier, dass das Angebot Präventionscharakter hat.

Für Pia Jai steht auf jeden Fall fest: „Ich bereue keinen Tag, die Organisation der Gruppe mit meiner Kollegin Antje Heinemann übernommen zu haben – die zwei Stunden Yoga dienstags machen jedes Mal Spaß und der Ausgleich tut einfach gut.“


Wie gründet man eine BSG?

Wenn auch Sie eine Betriebssport-Gruppe gründen wollen, können Sie zum Beispiel wie folgt vorgehen:

  • Bedarf und Wünsche der Mitarbeiter ermitteln, zum Beispiel durch Mitarbeiterbefragungen
  • Ernennung eines Verantwortlichen, der das Sportangebot koordiniert und im Betrieb bewirbt
  • Ermittlung von möglichen Trainingsorten, BSG-Leitern und, falls notwendig, Trainern
  • Prüfung externer Anbieter wie Fitnessstudios oder anderer Unternehmen als Kooperationspartner, wenn intern keine Übungsleiter gefunden werden können oder die Gruppenstärke für die Gründung einer eigenen BSG nicht ausreicht
  • Die Finanzierung klären: Welche Kosten entstehen für die Räumlichkeiten, die externen Trainer, den Verwaltungsaufwand und so weiter und wer übernimmt diese?
  • Betriebssport-Kreisverband ausfindig machen: Nur eingetragene Betriebsport-Gruppen können an Turnieren teilnehmen. Welcher Verband für Ihre Region zuständig ist, erfahren Sie beim Deutschen Betriebssportverband (www.betriebssport.net).
  • Verein beim Kreisverband gründen: Betriebssport-Gruppen sind gemeinnützige Vereine. Sie dürfen keine Gewinne erwirtschaften.
  • Die Versicherung: Alle Mitglieder der Betriebssport-Gruppe müssen über den Landessportbund versichert sein.
  • Mitglieder für die BSG finden: Sollten Sie im Betrieb nicht ausreichend fündig werden, können auch Freunde und Familienmitglieder Teil der BSG werden.
Infobox

Firmenkunden-Service

Tel.: 0800-285 85 87 60 (Mo.-Do., 7-18 Uhr). Oder E-Mail: team-bgm@tk.de

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