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Das NetzWerk GesundAktiv – Networking für Oldies

10.01.2017

von Natalie Quadbeck

Im Sommer 2014 waberte der Begriff „NetzWerk GesundAktiv“ (NWGA) erstmalig durch die Flure der TK-Unternehmenszentrale in Hamburg. Dahinter verbarg sich die Auseinandersetzung mit einem gesellschaftlichen Handlungsfeld, das auch für soziale Sicherungssysteme immer wichtiger wird: Die Herausforderungen des demografischen Wandels und einer immer älter werdenden Gesellschaft. Als Kranken- und Pflegekasse muss sich die Techniker mit damit verbundenen Fragestellungen beschäftigen und nach Lösungsansätzen suchen: Wie gesund und autark verbringen die Menschen gewonnene Lebensjahre? Wo und wie werden sie im Alter versorgt? Wer leistet und koordiniert die Versorgung von Patienten und Pflegebedürftigen?

Die Umsiedlung in ein Pflege- oder Altersheim ist für viele Menschen, die im Alter pflegebedürftig werden, ein heftiger Einschnitt. Nicht selten müssen sie ihren Hausstand größtenteils auflösen oder werden aus ihrer Nachbarschaft, in der sie seit Jahrzehnten verwurzelt sind, herausgerissen. Gleichzeitig geraten auch die Pflegeheime an ihre Kapazitätsgrenzen, wenn Menschen mit lediglich leichten altersbedingten Einschränkungen im Alltag frühzeitig umgesiedelt werden müssen. Umso verständlicher ist daher der Wunsch vieler Menschen, weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Hier greift das Modell der häuslichen Pflege. Doch wie gelingt es, im hohen Alter und in der eigenen Wohnung so lange wie möglich selbstbestimmt zu leben und die Unterstützung zu bekommen, die man benötigt? Mit dieser Frage war die konzeptionelle Idee des NetzWerk GesundAktiv geboren. Das wichtigste Ziel des Vorhabens: Mehr Lebensqualität durch selbstbestimmtes Leben im Alter.

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK, stellte die Idee erstmalig im September 2014 auf dem Forum Versorgung der TK in Berlin der Öffentlichkeit vor. Unter dem Titel „Zuhause gut versorgt? Diskussionsvorschlag für ein neues Versorgungsmodell für ältere Menschen“ debattierten die Teilnehmer intensiv über das NetzWerk GesundAktiv.

Was folgte, war ein bundesweiter Auswahlprozess: Wo kann das NetzWerk GesundAktiv idealerweise umgesetzt werden? Wie würde das konkrete Doing aussehen? Und welche Partner werden vor Ort benötigt? Danach wurde in der ganzen Republik gesucht, analysiert und bewertet. Schlussendlich konnte sich Hamburg als Standort durchsetzen. Das lag vor allem auch an den guten Partnern vor Ort.

Was ist das NetzWerk GesundAktiv?

Das NetzWerk GesundAktiv ist ein Hilfs- und Betreuungsnetzwerk im Quartier. Es erprobt, wie ältere Menschen ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung führen können.

Im Zentrum des NWGA steht eine koordinierende Stelle, angesiedelt im Albertinen-Haus im Bezirk Hamburg-Eimsbüttel. Hier laufen alle Fäden zusammen: Die Teilnehmer werden betreut, geeignete Versorgungsmodule ausgewählt und Angebote aus der Umgebung miteinander verknüpft. Dabei können die Teilnehmer die Maßnahmen individuell auswählen, wie zum Beispiel Rehabilitation vor und während der Pflegebedürftigkeit, Förderung der Gesundheitskompetenz oder Hilfen für Angehörige. Der Clou: Die Teilnehmer müssen dafür nicht jedes Mal in die koordinierende Stelle kommen, stattdessen fungiert ein Tablet-PC als Schnittstelle und Kommunikationsplattform. Die Teilnehmer können zum Beispiel eine Online-Sprechstunde mit Ärzten der koordinierenden Stelle durchführen, ihren elektronischen Medikationsplan einsehen oder im Notfall einen Notruf an die Johanniter-Unfall-Hilfe absetzen.

Zusätzlicher Schwung vom Innovationsfonds

Die Einrichtung des Innovationsfonds gab dem Projekt zusätzlichen Schwung. Eine Förderung für eine neue Versorgungsform für ältere Menschen, die über die Regelversorgung hinausgeht – das passt! Diese vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossene Förderung ermöglicht es, beim wichtigen Thema des demografischen Wandels neue Wege zu gehen, die ohne den Innovationsfonds deutlich schwieriger wären.

Bisher war das alles noch Theorie – doch am 10. Januar fällt der Startschuss für die Arbeit. Ab Sommer 2017 können sich die ersten Nutznießer in das NetzWerk GesundAktiv einschreiben, das derzeit für etwa 1.000 Teilnehmer im Hamburger Bezirk Eimsbüttel ausgelegt ist. Es wird spannend zu sehen, wie das Projekt angenommen wird, aber auch, inwieweit das NetzWerk GesundAktiv selbstbestimmtes Leben im Alter konkret erleichtert. Die Entwicklung des Projekts werden wir hier auf dem Blog und auf Twitter natürlich begleiten – regional und bundesweit.

Informationen zu den weiteren, vom Innovationsfonds geförderten Versorgungsprojekten mit TK-Beteiligung.


Hintergrundinfos zum NetzWerk GesundAktiv:
Die Techniker Krankenkasse (TK) hat gemeinsam mit ihren Konsortialpartnern das Hamburger Pilotprojekt NetzWerk GesundAktiv (NWGA) entwickelt. Das NWGA erhält eine Förderung in Höhe von maximal 8,9 Millionen Euro über vier Jahre aus dem Innovationsfonds. Die Techniker Krankenkasse (TK) reichte das Projekt als Federführerin beim Innovationsfonds im Bereich Versorgung ein. Konsortialpartner des Projekts sind neben dem Albertinen-Haus als Träger der Koordinierungsstelle auch CIBEK technology + trading GmbH, die BARMER, DAK-Gesundheit, die DRV KNAPPSCHAFT Bahn-See, Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., die Universität Bielefeld sowie die Albertinen-Haus-Forschungsabteilung für Klinische Geriatrie, eine wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Hamburg.

Über den Innovationsfonds:
Der Innovationsfonds ist ein gesundheitspolitisches Instrument zur Förderung von Versorgungsinnovationen und Versorgungsforschung in Deutschland. Mit dem Innovationsfonds werden deutschlandweit Projekte gefördert, die die sektorale Aufteilung des Gesundheitswesens überwinden und über die bisherige Regelversorgung hinausgehen.
Ziel des Fonds ist die qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Projektbudget wird durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Die zur Verfügung stehende Fördersumme des Innovationsfonds beträgt in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils 300 Millionen Euro jährlich. Hierbei sind 225 Millionen Euro für die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen Euro für die Versorgungsforschung vorgesehen. Mehr zum Innovationsfonds unter: https://innovationsfonds.g-ba.de/.


Natalie Quadbeck ist Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der TK-Landesvertretung Hamburg.

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