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Influencer Marketing: mit Reichweite für den guten Zweck

07.02.2017

Beim Influencer Marketing buchen für gewöhnlich Unternehmen einen Influencer, um über dessen Reichweite potentielle Kunden einer bestimmten Zielgruppe zu erreichen. Auch Cheng Loew geht ausgewählte Kooperationen ein. Cheng nutzt seine Reichweite aber auch, um Aufmerksamkeit auf ein non profit Thema zu geben, in das er selbst Zeit, Geld und eine Menge Herz steckt.

Tansania – der tägliche Kampf um Ressourcen

Schon drei Mal war Cheng in Tansania, um sich verschiedene Projekte anzuschauen und auf die Situation vor Ort aufmerksam zu machen. Viele von uns denken bei Tansania an das Inselparadies Sansibar und Urlaub unter Palmen, doch in dem ostafrikanischen Land mangelt es vielen Menschen am Notwendigsten.

Wenn die 360 Bewohner der viel weniger bekannten Insel Njao Wasser benötigen, müssen sie riesige Anstrengungen auf sich nehmen: Erst müssen sie auf selbst gebauten Booten einen Kilometer über das Meer zur Hauptinsel hinter sich bringen, bevor sie weitere zwei Kilometer landeinwärts laufen. Haben sie die Eimer mit Wasser gefüllt, geht es den ganzen Weg wieder zurück. Nach vier bis sechs Stunden erreichen sie wieder ihr  Zuhause.

Sie benötigen das Wasser nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Bewässern ihrer Farmen. Es wird auf jeden Tropfen des kostbaren Guts geachtet, denn die Inselbewohner dürfen die Wasserstelle nur an zwei Tagen in der Woche nutzen. Schließlich muss das Wasser für mehrere umliegende Orte reichen.

Wasser Marsch!

Cheng hat sich vor Ort ein Bild gemacht und schnell war klar: Der Bau einer Wasserleitung auf die kleine Insel würde sein erstes Herzensprojekt werden. Wie sehr ihm das Schicksal der Inselbewohner am Herz liegt, wird schnell deutlich. Man merkt ihm an, wie sehr ihn die Eindrücke aus Tansania bewegen.

Cheng mit den Männern der Insel Njao

Durch einen guten Freund, Matthew Saus, Gründer der Kwanini Organisation, hat Cheng den direkten Kontakt zu den Menschen vor Ort. Gemeinsam mit seiner Freundin Sabrina und weiteren Freunden, Marc Eggers und Gizem Emre, hat er sich im Dezember dazu entschieden, das Njao Projekt schnellstmöglich umzusetzen. Cheng hat hierzu alle Hebel in Bewegung gesetzt und seine Reichweite genutzt, um mit seinem Einfluss auch seine Zuschauer dazu zu bewegen, für das Projekt zu spenden. Den Rest der Kosten trägt er gemeinsam mit Sabrina, Marc und Gizem.

„Wir können gemeinsam mit der Energie, die wir aufwenden können, ein klein wenig tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Selbst wenn es nur eine Person ist, die wir retten, haben wir schon sehr viel getan. Wir haben das Privileg, in einer Situation zu sein, wo wir so viel geben können, dass wir in diesem Falle 360 Menschen die Möglichkeit geben, sich mit Trinkwasser zu versorgen!“, erzählt Cheng mir über das Projekt.

Ende Februar soll die Leitung fertig sein. Dann werden Cheng, Sabrina, Marc und Gizem wieder vor Ort sein und die Fertigstellung des Projekts mit einem Clip dokumentieren. Den gibt es dann hier.

Hier entsteht die neue Pumpstation.

Cheng und die Techniker

Und was hat Cheng nun mit der Techniker zu tun? Mit seinem YouTube Clip ‚Mein Hörsturz‘ ist Cheng auch Teil unserer Imagekampagne ‚Die Techniker‘. In dem aufwändig produzierten Clip erlebt der Zuschauer, wie Cheng nach einem ‚Hörsturz‘ sein Hörvermögen ganz bewusst nutzt und zu schätzen lernt. Den Clip ‚Mein Hörsturz‘ gibt es hier.

Der Hörsturz
Der Hörsturz

Wir haben natürlich auch hinter den Kulissen gedreht und hier noch einen kleinen Clip mit bisher nicht veröffentlichtem Material zusammengestellt. Also: Schnell mal reinschauen!

Die Gesundheit blieb auf der Strecke – Chengs Burnout

Es ist noch nicht lange her, da sah Chengs Leben ganz anders aus: Bis zu sechs Jobs gleichzeitig, Kaffee, ungesunde Ernährung, wenig Schlaf und der Start in den eigenen YouTube Kanal, der Ausstieg beim Netzwerk Mediakraft. Cheng hat sich in der Vergangenheit nicht gerade geschont und irgendwann streikte sein Körper. Lange Zeit hatte er immer wieder extreme pochende Kopfschmerzen. Diverse Ärzte konnten nichts feststellen, sämtliche Werte waren o.k.. Irgendwann kippte Cheng einfach um – Lampe aus.

Es folgte ein einwöchiger Krankenhausaufenthalt, bei dem er auf links gedreht wurde: MRT, Lumbalpunktion und weitere Untersuchungen blieben ohne Befund. Ein EEG untermauerte schließlich den Verdacht, dass Cheng ausgebrannt war. Der Akku war leer und erst einmal war Ruhe angesagt.

Was bei einem Burnout passiert? Hier nachlesen!

Die eigenen Grenzen kennen

Die Erfahrung, dass der Körper sich seine Pausen schlimmstenfalls per Notbremse einfordert, zeigte Wirkung. Heute geht Cheng bewusst mit seiner Gesundheit um. Er achtet darauf, sich nicht zu viele Dinge auf einmal aufzuhalsen, ernährt sich sehr bewusst und schafft mit viel Bewegung einen guten Ausgleich zum Stress, den unregelmäßige Arbeitszeiten und häufige Ortswechsel mit sich bringen. Managerin und Freundin Sabrina übernimmt eine Menge Aufgaben und hält ihm den Rücken frei, so dass Cheng sich auf das Wesentliche konzentrieren kann.

Gibt es ein Leben nach YouTube?

Cheng lacht, als ich ihm im Gespräch diese Frage stelle, denn natürlich hat er jede Menge Ideen und diese sind nicht plattformabhängig. Er hat als Fotograf und Kameramann berufliche Erfahrungen gesammelt, ehe er mit seinem eigenen Kanal durchstartete und sieht im Bewegtbild seine Zukunft. Die Themen ändern sich – von Pranks, die auf YouTube große Reichweiten garantieren, hat er sich zum Beispiel verabschiedet – aber die Leidenschaft für das Visuelle wird ihn weiter begleiten. Ich bin gespannt, was wir von Cheng noch sehen werden.

Bei der Arbeit mit Cheng bleibt der Spaß nicht auf der Strecke

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