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TK trifft auf Watson – ein Besuch bei IBM

23.06.2017
Empfangsroboter Connie wird bereits in Hotels als Concierge eingesetzt.

Roboter steuern durch Gedankenkraft. Das klingt nach Science Fiction, ist aber nur eines von vielen Forschungsprojekten im Watson IoT (Internet of Things) Center von IBM Deutschland in München. Elektroden am Kopf zeichnen die Signale auf, die im Gehirn bei unterschiedlichen Gedanken ausgelöst werden. Die verschiedenen Impulse werden wiederum umgewandelt in Aktionen des Roboters. Er lernt quasi, Gedanken zu lesen: Bei der Vorstellung an beispielsweise Sport fährt er los, bei dem Gedanken an eine Blumenwiese stoppt er. „Es ist faszinierend, dass es funktioniert allein durch Vorstellungskraft eine Maschine zu steuern“, sagt Ronja Kanitz, Versorgungsexpertin der TK, die gerade die Steuerung ausprobiert. „Für die Versorgung kann diese Technik in Zukunft viele Einsatzmöglichkeiten bieten“, meint sie. Zusammen mit ihrem Team aus dem TK-Versorgungsmanagement ist sie nach München gefahren, um sich die Arbeit live aus nächster Nähe anzuschauen. Es geht an diesem Tag um den kreativen Austausch in Sachen Start-up-Förderung von zwei Unternehmen, die mit der gemeinsamen Entwicklung der elektronischen Gesundheitsakte (eGA) seit Kurzem eine Allianz auf dem Feld der digitalen Gesundheit bilden.

Versorgungsexpertin Ronja Kanitz steuert allein mit ihren Gedanken einen Roboter.

An der Schnittstelle zwischen virtueller und realer Welt

Künstliche Intelligenz und das sogenannte Internet der Dinge – die Vernetzung zwischen „intelligenten“ Gegenständen sowohl untereinander als auch nach außen hin mit dem Internet – sind die Forschungsschwerpunkte im Watson IoT Center. Es geht darum, den Alltag der Menschen mit smarten Objekten einfacher zu machen. Das IoT ist – wenn man so möchte – eine Schnittstelle zwischen virtueller und realer Welt. Zwar steuert der Mensch die vernetzten Gegenstände, doch sind sie durch ihre Internetverbindung in der Lage, selbstständig zu agieren, sich bestimmten Situationen anzupassen und auf Szenarien zu reagieren. Mit dieser Eigenschaft ist IoT nicht nur ein riesiger Trend beispielsweise im „Connected Home“-Bereich, auch im Gesundheitssektor bieten sich zahlreiche Möglichkeiten. Der viel diskutierte Pflegeroboter, der in Zukunft menschliche Pflegekräfte bei der Patientenbetreuung unterstützen könnte, ist nur ein Beispiel.

 

Die Zukunft der Daten

Die zunehmende Digitalisierung der Welt, in der wir uns bewegen, wird das Gesundheitssystem nachhaltig verändern und hat schon heute Einfluss auf viele Bereiche. Die Rede ist von einer disruptiven Entwicklung – einem Prozess also, der Bestehendes über kurz oder lang vollständig ablösen wird. Diese Auffassung teilt auch TK-Chef Dr. Jens Baas, wie er im Interview mit dem DUB Unternehmermagazin im vergangenen Jahr betonte:

„Die Entwicklungen, die wir heute sehen und für morgen erwarten, haben disruptiven Charakter. Der Wandel und die Umwälzungen werden umfassender sein als diejenigen, die aus der industriellen Revolution resultierten – und zwar, sowohl was die Chancen als auch was die Herausforderungen angeht. Beides müssen wir gestalten, wenn wir die Vorteile nutzen wollen, ohne den sozialen Frieden und auch die materielle und kulturelle Teilhabe zu gefährden.“

Eine zentrale Frage in dieser voranschreitenden Entwicklung wird sein: Wie gehen wir mit digital erhobenen Gesundheitsdaten um? Die Akteure und Innovatoren im Gesundheitswesen müssen verlässliche Lösungen entwickeln, um einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Daten sicherzustellen. Die TK und IBM Deutschland gehen mit der elektronischen Gesundheitsakte (eGA) einen großen Schritt auf diesem Feld voran. Die als zentraler Datenspeicher und Schließfach des Versicherten gedachte Akte funktioniert nach einem entscheidenden Prinzip: Der Patient, beziehungsweise Versicherte allein entscheidet, was mit seinen Daten passiert und wer Zugriff darauf bekommen soll.

Bottom-up statt Top-down: Start-ups gestalten die Zukunft

Bei dem Besuch des TK-Innovationsteams im Watson IoT Center ging es darum, gemeinsam Zukunftsmusik zu spielen: Wie kann die Gesundheitsversorgung der Zukunft aussehen? Welche neuen digitalen Lösungen können Versicherten helfen? Wie kann man frische Ideen und digitale Innovationen in den ersten Gesundheitsmarkt bringen? Dass solche Fragen nur unter Einbeziehung junger Start-ups diskutiert werden können, liegt auf der Hand. Und so war bei dem Get-together auch die Gründerszene vertreten: Das Start-up Cosinuss mit Dr. Johannes Kreuzer, der mit cosinuss One den kleinsten und leichtesten Pulsmesser der Welt entwickelt hat, der im Ohr die Pulsfrequenz, Herzratenvariabilität und Körpertemperatur misst. Außerdem dabei war Felix Brand mit seinem Start-up CardioSecur – einem mobilen EKG mit zugehöriger App, das Herzpatienten bei der Einschätzung ihrer Symptome schnell Gewissheit gibt, ob sie ärztliche Behandlung benötigen.

Der TK-Accelerator fördert Talente

Ronja Kanitz betont:

„Für uns ist es als Krankenkasse wichtig, dass wir nicht reaktiv handeln, sondern proaktiv. Wir wollen die digitale Zukunft mitgestalten. Dafür brauchen wir Partner, die mit uns gemeinsam neue Wege in der Gesundheitsversorgung gehen“

Eine innovative Idee alleine reiche oft nicht aus, um sich auf dem Markt durchzusetzen. Das Know-how, wie ein Produkt im ersten Gesundheitsmarkt etabliert werden könne, sei entscheidend. Um Gründer bei diesem Schritt zu unterstützen, hat die TK ein Accelerator-Programm entwickelt, das Talente im Gesundheitswesen fördert. In einem 100-tägigen Bootcamp bekommen drei ausgewählte Gründerteams Mentoren der TK zur Seite gestellt, die ihnen bei einer passgenauen Weiterentwicklung ihrer Idee helfen. Nachdem die Bewerbungsfrist am 15. Juni endete, werden im nächsten Schritt die Start-ups für das Accelerator-Programm ausgewählt. Das 100-tägige Coaching ist eingebettet in die health-i Initiative, mit der die TK und das Handelsblatt nach neuen Ideen für das Gesundheitswesen von morgen suchen. Die Absolventen des TK-Accelerators bekommen die Gelegenheit, beim health-i Award im November teilzunehmen und wichtige Kontakte zu knüpfen.


Weiterlesen:

Gastautor Dennis Chytrek erklärt im Blog, warum wir eine elektronische Gesundheitsakte brauchen.

Das vollständige, sehr lesenswerte Interview des DUB Unternehmermagazins mit TK-Chef Dr. Jens Baas gibt es hier zum Nachlesen.

Ein Video-Interview mit Dr. Jens Baas zur Partnerschaft zwischen der TK und IBM Deutschland finden Sie in unserem Presseportal.

Weitere Informationen rund um das Thema Digitalisierung bei der TK finden Sie hier.

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