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    Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist der alljährliche Pflichttermin für die Akteure des Gesundheitswesens. Zum 20. Jubiläum knackte der Kongress in diesem Jahr alle Rekorde: 8.250 Besucher und Außentemperaturen um die 30 Grad sorgten auf dem Berliner Messegelände für optimale Festivalbedingungen. Statt Dosenbier gab es jedoch Mineralwasser, statt Badeshorts dunkle Anzüge und aus den Boxen dröhnten die Evergreens „Morbi-RSA“, „InnoFonds“ und „Pflegeberufegesetz“.

    Prominente Besetzung

    Der dreitägige Kongress stand unter dem Motto „Qualität und nachhaltige Finanzierung“. Das Line-up setzte sich aus den Stars der Gesundheitspolitik und -wirtschaft zusammen. Mit dabei: Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe, vdek-Vorsitzende Ulrike Elsner, Finanz-Staatssekretär Jens Spahn sowie die Vertreter aller großen Parteien, Krankenkassen und Kliniken in Deutschland. Als Special Guests lockerten Dr. Eckart von Hirschhausen und Dr. Johannes Wimmer so manche ernste Debatte auf, während am Buletten-Stand Starkoch Alfons Schubeck persönlich für das leibliche Wohl der Besucher sorgte.

    Bundesgesundheitsminister Gröhe auf dem Hauptstadtkongress.

     

    Wenig überraschend: Die Digitalisierung kommt!

    Eines der Top-Themen auf dem Hauptstadtkongress war wie bei allen Großveranstaltungen der letzten Jahre die Digitalisierung. Die altbekannten Lieder konnte schon fast jeder mitsingen: Die Digitalisierung kommt, sie nimmt an Fahrt auf, sie ist nicht aufzuhalten, sie rollt über uns hinweg. Wirklich Neues wurde dabei nicht vorgestellt, das Thema schwang eher als Pflichtprogramm mit, zu dem jeder mehr oder weniger zu sagen hatte. Das nüchterne Fazit: Hier muss sich etwas bewegen.

    Im Vorfeld der Bundestagswahl standen allerdings auch Diskussionen zu den Themen Intersektorale Vernetzung und Morbi-RSA auf der Agenda.

    Thomas Ballast diskutierte auf dem HSK über die Gegenwart und Zukunft der Versorgung.

    Sektorengrenzen überwinden

    Ein Highlight war das Panel zum Fachärztetag am 21. Juni. Hier diskutierte unter anderem der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der TK, Thomas Ballast, über das Thema „Neue regionale Versorgungsmodelle an der Schnittstelle ambulant/stationär“. Die zentrale Frage war, wie die Sektorengrenzen im Sinne einer guten Versorgung überwunden werden können. Einen Ansatz hierfür liefert das von der TK unterstützte Innovationsfonds-Projekt IGiB – Strukturmigration im Mittelbereich Templin. Ambulante und stationäre Leistungserbringer arbeiten hier Hand in Hand zusammen, um den Bedürfnissen in der strukturschwachen Region Uckermark mit ihrem hohen Altersdurchschnitt in der Bevölkerung gerecht zu werden.

    „Projekte wie in Templin ermöglichen disruptive Vorgänge ohne Konkurrenzkampf“, sagte Lars Lindemann vom Spitzenverband Fachärzte. Bisher sind derartige, sektorenübergreifende Vorhaben stark von einer Förderung durch den Innovationsfonds abhängig.

    Wie geht es weiter mit dem Innovationsfonds?

    Alle Diskussionsteilnehmer waren sich einig: Was im Rahmen solcher Projekte punktuell beginnt, ist auf breiterer Ebene noch nicht möglich. Zudem ist der Innovationsfonds nur auf drei Jahre angelegt worden. Die Förderung von Versorgungsinnovationen sollte aber auf Dauer sichergestellt sein, unbürokratisch und wirtschaftlich funktionieren und den Wettbewerbsanreize für die Kassen schaffen.

    Eine Idee, wie so etwas künftig funktionieren könnte, brachte Thomas Ballast ein: Ein Innovationsbudget, das Krankenkassen verpflichtet, pro Versichertem eine bestimmte Summe für Innovationen auszugeben.

    Anhaltende Diskussion um den Kassenwettbewerb

    In der Debatte „Der Morbi-RSA als Grundlage für fairen Kassenwettbewerb“ diskutierten Ulrike Elsner vom Verband der Ersatzkassen (vdek), Siegfried Gänsler von der Schwenninger BKK, Martin Litsch, AOK Bundesverband, und Frank Plate, Präsident des Bundesversicherungsamts (BVA), über notwendige Reformen beim Verteilschlüssel der Gelder aus dem Gesundheitsfonds. Ulrike Elsner stellte klar: Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich erfüllt aktuell seine Aufgabe nicht. Um die Chancengleichheit zwischen den Kassen wieder herzustellen, seien Reformen notwendig. Im Vorfeld der Diskussion hatten 91 von 113 Ersatzkassen, Innungs- und Betriebskrankenkassen  – darunter auch die TK – eine gemeinsame Erklärung zum Morbi-RSA veröffentlicht.

    Hoffnung für das nächste Jahr

    Insgesamt konnte der Hauptstadtkongress nicht mit der ganz großen Bühnenshow aufwarten. Dennoch bot die Veranstaltung viel Hörenswertes und eine gute Gelegenheit, sich zu vernetzen. Letztendlich war der Kongress auch nur die Ruhe vor dem Sturm. Denn wie es sich für ein ordentliches Festival gehört, endete alles am Donnerstagnachmittag mit einem gewaltigen Unwetter, das deutschlandweit etliche Bahnstrecken lahmlegte und für Aufregung bei den Heimreisenden sorgte. Mein Fazit zum HSK: Hoffentlich bewegt sich bis zum nächsten Termin 2018 nicht nur was beim Wetter, sondern auch in Sachen Gesundheitspolitik und Digitalisierung.

    Fotos: WISO.


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    Laura Hassinger

    Laura Hassinger

    Für die Unternehmenskommunikation der TK schreibt Laura gerne kurze Tweets & längere Texte und berichtet von Veranstaltungen rund um die (digitale) Gesundheitsversorgung.

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