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Das erste Mal auf dem Gesundheitswirtschaftskongress

28.09.2017

von Luise Zink

Digitalisierung, Vernetzung und eine stärkere Fokussierung auf die Patienteninteressen – um diese Themen drehte sich der 13. Gesundheitswirtschaftskongress, der am 20. und 21. September 2017 im Grand Elysée-Hotel in Hamburg stattfand. Von der Veranstaltung berichtet unsere Hamburger Pressereferentin Luise Zink.

Die TK war wieder mit einem Stand vertreten und lieferte natürlich auch inhaltliche Beiträge. Für mich als neue Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der TK war es jedoch der erste Gesundheitswirtschaftskongress. Mein erster Eindruck? Das Elysée hat eine imposante Eingangshalle mit einem Glasdach und einer kleinen Oase mit einem plätschernden Bach und Grünpflanzen. Dazwischen die verschiedenen Stände der Aussteller, an denen sich neben den mehr als 800 Kongressteilnehmern auch normale Hotelgäste tummelten. Alles in allem gab es eine Menge zu entdecken – vor allem mit Blick auf die interessanten Vorträge, Podiumsdiskussionen und Gesprächsrunden, die an den zwei Kongresstagen auf dem Programm standen.

Zusammenwirken aller Beteiligten als Schlüssel zum Erfolg

Ein Treffpunkt zum Austauschen und Netzwerken – der TK-Stand auf dem Gesundheitswirtschaftskongress 2017.

Bei der Eröffnung des Kongresses hielten unter anderem Kongresspräsident Professor Heinz Lohmann und Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks ein Grußwort. Auch Irmtraut Gürkan, Vorsitzende des DIHK-Gesundheitswirtschaftsausschusses, kaufmännische Direktorin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Heidelberg, und Senator a. D. Ulf Fink begrüßten die Kongressgäste.

Lohmann sprach in seiner Rede wichtige Themen wie den Kulturwandel an, der mit der Digitalisierung einhergehen müsse. Im Hinblick auf die Digitalisierung sei es vor allem wichtig, nicht die technischen Entwicklungen an sich, sondern die Bedürfnisse der Patienten in den Mittelpunkt zu stellen. Das Zusammenwirken aller Beteiligten sei dabei das Geheimnis zum Erfolg. Mit seiner humorvollen Art sorgte er für den einen oder anderen Lacher im Publikum und machte Lust auf die kommenden Vorträge.

Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks wies darauf hin, dass die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen erst noch richtig ankommen müsse. Es sei an der Zeit, telemedizinische Angebote in die Regelversorgung zu integrieren. Auch der Fachkräftemangel in der Pflege war ein großes Thema: „Personal wird das Mega-Thema in der kommenden Legislaturperiode. Es ist der limitierende Faktor aus Versorgungssicht. Deshalb brauchen wir mehr Personal in den Pflegeberufen“, so die Senatorin. Daher wolle sie sich für eine bessere Bezahlung und vor allem für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen.

Unterstützen und nicht ersetzen

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK in der Diskussion.

Auf die Eröffnung folgte direkt im Anschluss eine Podiumsdiskussion zum Thema „Robotik im Krankenhaus“. Teilnehmer der Diskussion waren neben Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK, unter anderem auch Prof. Dr. Eckhard Nagel. Die Diskussionsteilnehmer fokussierten sich auf die Frage, welche Potenziale die Digitalisierung für Krankenhäuser bietet, und um die Angst, dass technische Assistenzsysteme den Menschen ersetzen könnten.

In Letzterem waren sich die Beteiligten einig: Roboter können Arbeitsprozesse erleichtern, indem sie die Mitarbeiter unterstützen – ersetzen können sie diese aber nicht. Im Ergebnis hätten aber qualifizierte Mitarbeiter wieder mehr Zeit für die Patienten. Ballast sprach sich dafür aus, sich gegen die Digitalisierung nicht zu wehren:

„Angst hin oder her – im Hinblick auf die demografischen Veränderungen und den technologischen Fortschritt wird die Digitalisierung definitiv kommen. Deshalb sollten wir den Vorgang konstruktiv gestalten.“

Innovationen fördern und neue Zulassungswege schaffen

Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg, diskutierte am zweiten Kongresstag gemeinsam mit André Baumgart, Roland Hoekzema und Manouchehr Shamsrizi als Vertreter für die Start-ups zum Thema „Große machen auf klein: Corporates lernen von Start-ups und umgekehrt“. Die TK zeichnet mit dem Health-i Award seit dem vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Handelsblatt junge Start-ups aus.

Im TK-Accelerator Programm unterstützt sie derzeit die Start-ups Mecuris, neolexon und Don’t be Afraid VR und ist Co-Founder des Health Innovation Port, kurz: HIP, von Philips. Da lag die erste Frage der Moderatorin Julia Rondot natürlich nahe: Was ist eigentlich die Hauptmotivation einer Krankenkasse, in Start-ups zu investieren? Die Antwort von Maren Puttfarcken lautete:

„Wir möchten unseren Versicherten innovative Versorgungsangebote bieten, da muss man auch auf diesem Feld investieren.“

Ein Hemmnis in diesem Zusammenhang seien jedoch die strengen Regularien im deutschen Gesundheitswesen: „Wir müssen Wege finden, um innovative Versorgungsangebote schneller in die Versorgung zu bringen“, so Puttfarcken.

Damit sich digitale Angebote etablieren können, müssen aus Sicht der TK drei Voraussetzungen erfüllt sein: Erstens muss in großen Unternehmen ein Kulturwandel stattfinden, wenn innovative Ideen eine Chance haben sollen. Zweitens müssen auf gesetzgeberischer Ebene neue Zulassungswege geschaffen werden. Die dritte Botschaft richtet sich an die Start-ups: Diese sollten frühzeitig Partner mit ins Boot holen, die sich im extrem regulierten Gesundheitsmarkt gut auskennen. „Es ist wichtig, dass die Start-ups ihre Ideen möglichst früh einem Realitäts-Check unterziehen. Da sind Krankenkasse ideale Partner“, so Puttfarcken.

Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg (m.) erläutert weshalb sich die TK bei Start-ups engagiert.

 


Luise Zink ist Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der TK-Landesvertretung Hamburg.

 

 

 


Weiterlesen:

Wo Ideen zu Versorgungsprodukten werden: Ein Besuch beim TK-Accelerator.

Gründen, entwickeln, pitchen: Das verbirgt sich hinter der Start-up Förderung der TK.

Digitale Chancen nutzen: Die gesundheitspolitischen Forderungen der TK.

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