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Yoga im Herbst – Balance für Körper und Seele

20.11.2017

Spagat? Auf den Händen stehen? Das alles muss gar nicht sein, denn Yoga beginnt schon mit dem Sitzen sowie dem Ein- und Ausatmen und das kann wirklich jeder. Die zertifizierte Yoga-Lehrerin Anina Grosser zeigt auf Pinterest verschiedene Yoga-Übungen, die auch super für Anfänger geeignet sind. Wir haben sie am Rande des exklusiven Foto-Shootings gefragt, wie sie zum Yoga gekommen ist und warum Sie diesen Trend gerade im Herbst und Winter unbedingt mal ausprobieren sollten.

Yoga im Herbst und Winter
Anina Grosser, zertifizierte Yoga-Lehrerin

Wie sind Sie zum Yoga gekommen?

Meine Yoga-Reise begann mit einem großen Liebeskummer. Ich schlief wenig, aß weniger und stand generell etwas neben mir. Die Gedanken drehten sich um das „wieso“ und „weshalb“ und ich zweifelte viel an mir selbst. Also wollte ich etwas Gutes für mich tun und entschied mich für eine ruhige Yoga-Einheit. Ruhig war die zwar nicht, sondern eher schweißtreibend, aber danach verließ ich das Studio und hatte kaum eine Erinnerung an das Geschehene. Mein Kopf war leer, mein Geist ruhig und mein Körper fühlte sich einfach gut an. Für einen kurzen Moment waren die drei irgendwie im Einklang. Danach schaute ich nicht mehr zurück, schlief gut, hatte Appetit und fühlte mich wieder bei mir. Der Liebeskummer war zwar nicht sofort vorbei, aber ich lernte, mit ihm umzugehen, meinen Kopf auch mal davon frei zu machen und mein „Ich“ wieder zu lieben. 

Was gefällt Ihnen am besten am Yoga?

Auch auf Reisen darf ihre Yoga-Matte nicht fehlen
Auch auf Reisen darf ihre Yoga-Matte nicht fehlen

Yoga ist seitdem zu meinem persönlichen „Pausen-Knopf“ geworden. Der Alltag und all die Dinge um uns herum halten uns beschäftigt und Eindrücke prasseln nur so auf uns ein. Das ist spannend und belebend, aber manchmal vergessen wir darüber, die Dinge auch auf uns wirken zu lassen, sie zu verarbeiten. Das kann uns irgendwann überwältigen. Während meines Jurastudiums in Australien und Südafrika sowie meines Referendariats und der anschließenden Arbeit als Juristin in London schöpfte ich stets Energie aus der Ruhe, den fließenden und statischen Bewegungen und der Mobilität meiner Wirbelsäule. Körperlich und mental. Yoga ist also meine Auszeit für Körper und Geist, um immer wieder zu mir zu finden, zu reflektieren und neue Kraft zu tanken.

Warum wird Yoga immer beliebter?

Ich glaube, dass immer deutlicher wird, dass Yoga für alle ist. Man braucht keine Leggings oder weite weiße Hosen, muss nicht mit Ketten behangen sein und Sanskrit (die ursprüngliche Schrift des Yoga) beherrschen. Es ist nicht notwendig, auf den Händen zu stehen oder Spagat zu können. Yoga beginnt mit dem Ein- und Ausatmen sowie mit dem Sitzen und das kann jeder! Hinzu kommt, dass die gesundheitlichen Vorteile des Yoga, gerade im Ausgleich zu unserem Alltag im Büro oder im Haushalt, immer bekannter werden. Yoga ist nicht nur gut für die Gelenkigkeit, sondern hilft Muskeln und Gelenken, durch Kraft und Bewegung mobil zu bleiben. Außerdem gibt es viele verschiedene Stile, sodass für jeden etwas dabei ist: ob Yin Yoga mit Hilfsmitteln im Studio, Yoga zuhause mit Kissen, Decken und Büchern, eine sanfte Dehnung am Morgen, fließende Vinyasa-Sequenzen oder sogar akrobatische Übungen.

Gibt es bestimmte Yoga-Themen für die jeweiligen Jahreszeiten?

Yoga beschäftigt sich allgemein viel mit unserem Ursprung. So auch mit den Wirkungen, die die verschiedenen Jahreszeiten ganz natürlich auf Körper und Geist haben. Wir leben in einer schnellen und manchmal verrückten Welt, die oft voraussetzt, dass wir das Jahr über „gleich“ funktionieren. Darüber hinaus können wir vergessen, dass wir auch Lebewesen in einem Zyklus sind, der unweigerlich einen Effekt auf uns hat. Yoga und verwandte Disziplinen wie Ayurveda oder Energielehre können uns im Alltag helfen, mit diesen Effekten zu arbeiten, um ausgeglichen durch das Jahr zu gehen.

Anina beim Morning Flow
Anina beim Morning Flow

Was ist die Herausforderung im Herbst und Winter?

Für mich und sicherlich die meisten von uns definitiv die Dunkelheit und Temperatur. Morgens im Dunkeln aus dem warmen Bett zu steigen, wird uns vielleicht immer etwas schwerer fallen als an einem schönen Sommertag. Das ist normal. Unser Körper ist etwas langsamer, um Energie in der kalten Jahreszeit zu speichern, alles ist etwas gemütlicher und das dürfen wir auch annehmen. Allerdings gibt es Möglichkeiten, auch hier eine Balance zu schaffen.

Was kann dabei zum Beispiel helfen?

Zehn Minuten Guten-Morgen-Yoga kann uns an einem dunklen, kalten Herbstmorgen helfen, aus dem Bett zu kommen. Nehmen Sie sich die Zeit, erlauben Sie Ihrem Körper, mit den sanften Übungen in den Tag zu starten. Wenn Sie nach der Arbeit etwas extra Energie benötigen, hilft unser Herbstflow, die Wärme zurück in Ihren Körper zu bringen. Und Herausforderungen halten uns auch im Herbst auf Trab. Sich ein Ziel zu setzen, wie z. B. den Kopfstand, hält Sie motiviert. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie sich über die kalten Monate langsam an diese Pose herantrauen. Gönnen Sie sich aber gerade zu dieser Zeit auch Entspannung; Körper und Geist tanken auch hier Energie. Dabei helfen Yin-Posen, die Sie Sie 3–5 Minuten halten. Mit Büchern, Kissen und Decken können Sie die Posen stützen.

Der Körper freut sich auch immer, wenn wir uns von saisonalem Gemüse ernähren, um unseren Körper im Einklang mit der Natur zu halten, so wie es die ayurvedische Lehre vorgibt. Häufig ist uns im Herbst eh nach Kürbis und Wurzelgemüse, Suppen und Porridge. Nehmen Sie das an und genießen Sie Ihr Essen.

Mit diesen Tipps kommen Sie sicher ausgeglichen durch den Herbst.

Neugierig geworden? Dann probieren Sie es doch gleich mal aus! Verschiedene Yoga-Übungen zum Nachmachen finden Sie hier: www.pinterest.de/dietechniker/tk-life-balance.

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