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Familie – mein Schlüssel zum absoluten Glück

07.05.2018

Familienleben ist nicht immer ein Zuckerschlecken, denn es gibt eine Menge Herausforderungen zu bewältigen. Dabei ist es nicht immer leicht, die Balance zwischen Beruf, Familie, Partnerschaft und Freizeit zu finden.

Für Kalli (Instagram: @familie_krawalli) bedeutet ihre Familie alles. Aber nicht nur das zeichnet sie aus. Kalli hat bereits als kleines Kind gelernt, dass man mit Stärke und einem festen Willen mehr erreichen kann, als man vielleicht denkt. Im Rahmen unserer Aktion #fortschrittleben berichtet sie, wie jenes Ereignis ihr Leben sowie alltägliche Herausforderungen prägt und warum selbst negative Erfahrungen für jeden von uns von großem Wert sein können.

Was bedeuten Deine Familie und der Sport für Dich?

Meine Familie bedeutet für mich ALLES. Tatsächlich ist sie auch der Grund dafür, dass ich mich vor einigen Jahren gegen den Sport entschied. Sport war seit meiner Kindheit immer ein fester Bestandteil meines Lebens. Nicht mal, als ich als Kind urplötzlich im rechten Bein an Knochenkrebs erkrankte und mir dieses amputiert werden musste, habe ich mich davon unterkriegen lassen. Ich wusste, dass ich auf Sport nicht verzichten möchte. Nichtsdestotrotz musste ich mich als Sportlerin komplett neu erfinden: Ich kämpfte mich zurück aufs Fahrrad, fuhr das erste Mal wieder Inliner, bis ich schlussendlich das Schwimmen für mich entdeckte.

Dank hartem Training durfte ich bald bei den ersten Meisterschaften mitschwimmen. Soweit ich weiß, war ich später im DLRG die erste Amputierte im ganzen Bezirk, die mit nur einem Bein 80-kg-Puppen im Wasser abschleppen konnte. Ich nahm an Landesmeisterschaften, Deutschen Meisterschaften und internationalen Schwimmwettkämpfen statt. Aber irgendwann reichte mir das Schwimmen allein nicht mehr aus, weshalb ich anfing zu laufen.

Das ganze Training ist jedoch sehr zeitintensiv und forderte fast meine gesamte Aufmerksamkeit. Wenn man dann auch noch Job und Familie unter einen Hut bringen muss, fordert dies irgendwann seinen Tribut. Und das war ganz eindeutig meine Familie. Also ordnete ich meine Prioritäten neu, widmete mich komplett meiner Familie und meinen Hobbys. Ich musste damals immer wieder an die Worte meiner Oma denken: „Man kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen.“ Trotzdem schwinge ich mich nach wie vor immer noch unglaublich gerne aufs Rad oder schnalle mir meine Inliner um, denn dabei kann ich abschalten und etwas Zeit für mich genießen.

Für uns bist Du eine richtige Superheldin. Wie hast Du es geschafft, Deine Herausforderungen im Leben zu meistern und wie hat es Deine Lebenseinstellung geprägt?

Meine Familie ist der Fels in der Brandung und durch meine Krankheitsgeschichte bin ich natürlich auch sehr früh gereift. Nach der Chemo und den Bestrahlungen kam die Diagnose vom Arzt, dass ich niemals Kinder bekommen könne. Das Glück war jedoch auf meiner Seite und so wurde ich schon in sehr jungen Jahren Mutter. Täglich bin ich an meinen Aufgaben gewachsen und konnte vieles über mich selbst lernen. Zum Beispiel, dass Selbstmitleid nichts nützt. Wenn man Muttersein, Partnerschaft, Job, Freizeit, Freunde und dazu auch noch den Haushalt unter einen Hut bringen muss, kann das manchmal sehr kräftezehrend sein. Aber ich hatte immer meine Ziele vor Augen, die mir die nötige Motivation geben. Ein gemütliches, friedliches und glückliches Zuhause und ein stetes Lächeln im Gesicht haben für mich oberste Priorität. Dafür lege ich mich jeden Tag ins Zeug und versuche, die Zeit mit Menschen zu verbringen, die mir dabei helfen, ein glückliches Leben führen zu können.

Was hast Du vom Leben gelernt?

Man kann die Zukunft nicht planen! Zwar kann man versuchen, eine gewisse Richtung im Leben einzuschlagen, aber am Ende bist nur Du selbst dafür zuständig, etwas aus Deinem Leben zu machen. Ich bin Optimistin – mein Glas ist nie halb leer! Das Leben kommt immer anders, als man denkt. Deshalb sollten wir es in vollen Zügen genießen.

Gibt es Momente in Deinem Alltag, in denen es Dir schwerfällt, den Spagat zwischen Familie, Partnerschaft und Zeit für sich selbst zu schaffen? Wenn ja, wie meisterst Du sie?

Natürlich. Manchmal habe ich das Gefühl, der Tag hat viel zu wenige Stunden. Dann würde ich am liebsten die ganze Nacht wach bleiben, um ein paar Punkte von meiner To-do-Liste streichen zu können. Ich habe mich damals für die Familie entschieden und sie wird auch immer an erster Stelle bleiben. Wenn meine Kids glücklich sind, dann bin ich es auch. Deswegen stelle ich meine Bedürfnisse grundsätzlich meistens hinten an.

Allerdings meistern mein Mann und ich den Spagat zwischen Familie, Beruf und Zeit zu zweit gerade sehr gut. Der Dienstag ist unsere Date Night. Wir geben darauf acht, rechtzeitig von der Arbeit nach Hause zu kommen, das Essen für die Kids vorzubereiten und spätestens um 19:30 Uhr mit allem durch zu sein. Möglich ist das auch nur, weil die Kids dabei mit uns an einem Strang ziehen und uns diese kleine Auszeit gönnen. Sie wissen ganz genau, dass an dem Abend die Belange von Mama und Papa am wichtigsten sind und nur im Notfall abgesagt werden.

Brauche ich Zeit für mich selbst, verkrieche ich mich einfach nach Rücksprache mit meinem Mann in mein Nähzimmer. Als kleine Auszeit ist das für mich eine absolute Wohltat und so kann ich nur jedem empfehlen, sich auch so eine kleine Oase der Ruhe zu suchen und eine solche auch seinem Partner zuzugestehen. Es ist immer ein Geben und ein Nehmen.

Welche Erkenntnis möchtest Du gerne mit anderen teilen?

Sei immer Du selbst und behalte immer Deine Träume. Vertraue auf Dich und sei für alles dankbar, was Du hast. Trau Dich, Dinge auszuprobieren! Mein Motto: Wer vom Glück immer nur träumt, darf sich nicht wundern, wenn er es verschläft.

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