Laura Hassinger

eRezept im Test: Das sagen Nutzer & Experten

Das elektronische Rezept soll Versicherten helfen, schneller und einfacher ihre Medikamente zu bekommen. Wie das in der Praxis funktioniert, erproben wir seit Anfang 2019 in Hamburg. Zwei Drittel der Testphase sind jetzt um. Wir wollten wissen, wie das eRezept ankommt.

Hannes Neumann, Projektleiter eRezept bei der gematik GmbH:

Hannes Neumann ist Projektleiter eRezept bei der gematik.

„Als Verantwortliche für die bundesweit einheitlichen Spezifikationen des eRezepts verschaffen wir uns Eindrücke von relevanten Pilotprojekten. Daher habe ich im Oktober 2019 mit einem Kollegen die TK in Hamburg besucht. Das TK-Team berichtete uns vom Setup und weiteren Projektideen. Vor allem der praktische Prozess hinter dem eRezept und die Kommunikation mit den beteiligten Ärzten, Versicherten und Apothekern haben uns hinsichtlich unserer Arbeit am bundesweiten eRezept interessiert.

Im Anschluss ging es ins Diabetes Zentrum Wandsbek. Alois Rübcke, Facharzt für Innere Medizin, erläuterte uns an seinem IT-System, wie er ein eRezept ausstellt und berichtete von seinen Erfahrungen. Wichtige Erkenntnisse für uns: Patienten wollen vor allem digitale Folgerezepte und in der Apotheke vorbestellen können. Mit zwei eRezepten, die Herr Rübcke testweise für uns erzeugt hatte, ging es weiter in die Adler-Apotheke von Holger Gnekow. Er zeigte uns, wie die Rezepte per Scanner oder App eingelöst werden können. Beide Varianten werden auch für das bundesweite eRezept von Bedeutung sein.“

Thomas Widmann aus dem Team Arzneimitteldistribution bei der TK:

Thomas Widmann betreut das Pilotprojekt zum eRezept TK-seitig.

„Für unser Projekt in Wandsbek erhalten wir viel positiven Zuspruch. Schließlich sind einfachere Prozesse, die Bestellung von Folgerezepten und die Weiterleitung der Rezepte an teilnehmende Apotheken längst überfällig. Der Nutzen für die Versicherten steht dabei für uns im Mittelpunkt aller Weiterentwicklungen. Daneben müssen Ärzte und Apotheker die Software problemlos bedienen können.

Wir arbeiten intensiv daran, weitere Partner – auch auf Krankenkassenseite – zu gewinnen. Seit dem vergangenen Sommer ist bereits die Hanseatische Krankenkasse (HEK) mit dabei. Auch bereiten wir gerade vor, dass in Zukunft weitere Apotheken problemlos angebunden werden können. Der Termin mit der gematik war ein sehr spannender Einblick in die operative Zukunft des eRezepts auf Bundesebene und zeigt uns, dass wir mit unserem Projekt in die richtige Richtung gehen.“

Holger Gnekow aus der Privilegierten Adler-Apotheke in Hamburg-Wandsbek:

Holger Gnekow leitet die Adler-Apotheke in Wandsbek.

„Unseren Kunden nimmt das eRezept unnötige Wege ab. Das kommt natürlich gut an, vor allem bei Patienten mit vielen Verordnungen. Ihre Folgerezepte – beispielsweise für Insulin – bekommen sie von der Praxis direkt auf ihr Smartphone geschickt und können dann entscheiden, wo sie die Verschreibung einlösen.

Papier-Rezepte müssten wir in der Apotheke ohnehin wieder für das Abrechnungszentrum einscannen. Mit dem eRezept sind wir hier einen Schritt voraus. Der größte Vorteil aber ist aus meiner Sicht die hohe Arzneimittelsicherheit digitaler Rezepte. Sie sind eindeutig zuzuordnen, klar lesbar und können nur einmal eingelöst werden.“


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