Fiona Theege

Pflege: Sensor erkennt Risiken schon vorab

Das TK-Pilotprojekt „Sicher zu Hause“ unterstützt Pflegebedürftige, die zu Hause leben, mit einem Hausnotrufsystem. TK-Mitarbeiterin Inga Schmidt berichtet von den Erfahrungen mit ihren Eltern.

Annemarie Schmidt ist stark pflegebedürftig. Als sie eines Nachts hinfällt, kann sie nicht mehr alleine aufstehen. Ihr Mann, der eine Etage höher schläft, entdeckt sie erst am nächsten Morgen. So kann es nicht weitergehen, das wissen beide. Diese Situation hat die TK-Mitarbeiterin Inga Schmidt mit ihren Eltern erlebt. So geht es auch vielen anderen Menschen, deren Eltern oder Großeltern pflegebedürftig werden und gleichzeitig weiterhin in den eigenen vier Wänden wohnen.

Funksensor fordert im Notfall automatisch Hilfe an

Inga Schmidt arbeitet im Fachzentrum Pflegeleistungen der TK in Kiel. Ihre Mutter ist 78 Jahre alt und hat Pflegegrad 3. „Mein Vater kümmert sich sehr liebevoll um meine Mutter. Trotzdem ist er manchmal unterwegs und meine Mutter somit auch öfter mal alleine zu Hause“, erzählt Schmidt. Da sie von dem TK-Pilotprojekt „Sicher zu Hause“ wusste, welches seit Anfang 2019 in Kooperation mit Philips läuft, beantragte sie das Hausnotrufsystem für ihre Mutter. Seit April ist Annemarie Schmidt mit einem Funksensor ausgestattet, der um den Hals getragen wird. Das Gerät fordert, sollte es zu einem Sturz kommen, automatisch Hilfe an.

Digitale Hilfe im Fall eines Sturzes - so alarmiert "Sicher Zuhause" Hilfe.

Normalerweise unterstützt Inga Schmidt ihren Vater bei der Versorgung der Mutter. Aufgrund der Corona-Situation musste sie aber den persönlichen Kontakt zu ihren Eltern schweren Herzens einschränken. „Die Besuche finden zurzeit ausschließlich auf der Terrasse statt – ich will einfach momentan nicht das Risiko eingehen, dass meine Eltern sich anstecken könnten“, so Schmidt.

Dennis Cole, Leiter des Projekts aus dem TK-Versorgungsmanagement, mit der Ausstattung von "Sicher zu Hause". Der Sensor enthält eine KI-gestützte Sturzprävention.

Sensor erkennt Gesundheitsrisiken schon im Vorfeld

„Gerade in Zeiten, an denen man nicht selbst bei seinen Angehörigen vorbeischauen kann, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung ist, kann das System eine große Hilfe sein“, so Dennis Cole, der Leiter des Projekts aus dem TK-Versorgungsmanagement. „Die Besonderheit des Philips-Hausnotrufsystems im Gegensatz zu den herkömmlichen Systemen ist eine KI-gestützte Prävention. Der Sensor registriert minimale Schwankungen bei den Nutzern – ob jemand wackelig geht, oder ungewöhnlich lange im Bett bleibt. Der Sensor erkennt Gesundheitsrisiken schon im Vorfeld.  Bei einem Alarm wird die betreffende Person sofort von einem speziell geschulten Gesundheitsberater angerufen. So können Stürze und damit auch unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden werden.“

Ich kann das nur jedem ans Herz legen, der zu pflegende Angehörige hat.

TK-Mitarbeiterin Inga Schmidt

Inga Schmidt ist überzeugt: Eine Situation, wie oben beschrieben, hätte es mit dem Funksensor so nicht gegeben. „Ich kann das nur jedem ans Herz legen, der zu pflegende Angehörige hat. Im Notfall bekommt meine Mutter nun schnell Hilfe – das zu wissen gibt uns allen ein bisschen mehr Sicherheit.“

Weitere Infos

Das TK-Pilotprojekt „Sicher zu Hause“ in Kooperation mit Philips unterstützt seit 2019 Pflegebedürftige, die zu Hause leben, mit einem Hausnotrufsystem. Die Teilnehmer werden mit einem Funksensor ausgestattet, der um den Hals getragen wird und Daten eine Basisstation sendet. Die Station registriert, ob ein Betroffener stürzt und verständigt automatisch Hilfe: Je nach Situation kommt ein Angehöriger, ein Pflegedienstmitarbeiter oder ein Notarzt zur Unterstützung. Mehr Infos finden sich hier.


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