Alle Artikel > Gesundheit auf dem Campus (er-)leben

Gesundheit auf dem Campus (er-)leben

20.07.2018

Auf dem Campus Berlin-Buch ist ein besonderes Projekt gestartet: 13 Unternehmen gestalten gemeinsam ihr Betriebliches Gesundheitsmanagement. Die TK unterstützt das Angebot.

von Anni Schilling

Sieben Personen stehen sich im Kreis gegenüber und strecken die Arme zur Seite, sodass sie sich nahezu berühren. Anschließend lassen alle die Arme baumeln und lehnen sich langsam nach vorne. Bewegung und Ruhe gehen ineinander über. Für ergonomische Vielfalt zwischendurch sorgen auf dem Campus Berlin-Buch bewegte Pausen. Ein Physiotherapeut erklärt die Übungen, macht sie vor und gibt individuelle Tipps.

Der Campus Berlin-Buch gehört mit dem Max Delbrück Centrum für Molekulare Medizin (MDC) zu den renommierten internationalen Wissenschaftsstandorten. Die Gesundheit ist dabei nicht nur Gegenstand wissenschaftlicher oder unternehmerischer Arbeit. Sie wird auch im Rahmen eines einzigartigen Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) gefördert.

Yogakurse und Fitnessstudio

Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben gemeinsam mit der TK ein Gesundheitsnetzwerk aufgebaut und unter dem Namen „CampusVital“ das BGM-Modellprojekt ins Leben gerufen. Es agiert als erstes in dieser Form betriebsübergreifend und ist für alle Institute und Unternehmen auf dem Campus zugänglich. Die Zahl der Angebote ist riesig: Sportkurse wie Yoga und Pilates, Massagen im Rahmen von Entspannungsangeboten, Rückenschule und ein Campus-eigenes Fitnessstudio, das rund um die Uhr geöffnet ist, stehen auf dem Programm. Regelmäßig gibt es Gesundheitstage zu verschiedenen Themen. Workshops helfen, die mentale Stärke von Führungskräften und Mitarbeitern zu fördern.

Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch„Als Wissenschafts- und Technologiestandort ist es uns wichtig, mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement eine ganzheitliche Gesundheitskultur auf dem Campus zu etablieren. Die Angebote des BGM schaffen ein Gemeinschaftsgefühl, das die Einrichtungen auf dem Campus verbindet.“

Vier für einen gesunden Campus: Günther Pätz, Geschäftsführer Celares, Eileen Bauer, Gesundheitsmanagerin des Campus Berlin-Buch, Ingo Kahl, Personalrat MDC, Dana Lafuente, Leiterin Mitarbeiterförderung MDC (v. l.).

Auf dem mehr als 32 Hektar großen Gelände gibt es eine eigene Bushaltestation, viele Radfahrer und Fußgänger sind unterwegs. Umgeben von viel Grün arbeiten 3.000 Mitarbeiter aus 70 Nationen in 63 wissenschaftlichen und technologischen Unternehmen. Die Hochschulambulanz der Charité und Kliniken sind in unmittelbarer Nachbarschaft. Olaf Meier, Projektleiter bei der TK:

„BGM ist ein wichtiger Faktor für eine gesunde Arbeitswelt. Es unterstützt die geistige und körperliche Gesundheit der Beschäftigten präventiv und nachhaltig.“

Er ergänzt: „Um den Beschäftigten vor Ort Rede und Antwort zum Gesundheitsnetzwerk auf dem Campus zu stehen, bieten wir jeden Mittwoch eine persönliche Beratung in der TK-Lounge an.“

BGM wird zunehmend bekannter

Die Gesundheitsmanagerin des Campus, Eileen Bauer, sagt, alles habe im Juni 2016 mit dem „GesundheitsTicket“ auf dem Campus begonnen. Dieses wurde mit mindestens 50 Euro Guthaben für Beschäftigte der teilnehmenden Einrichtungen und Unternehmen zur Teilnahme an Präventions- und gesundheitsfördernden Maßnahmen angeboten. Inzwischen nutzen die Campusbeschäftigten pro Jahr über 500 GesundheitsTickets. „Der Bekanntheitsgrad vom BGM wächst an. Wir stellen uns breiter auf und sprechen immer mehr Themen an“, so Bauer.

CampusVital verschickt E-Mails, bringt Poster an, legt Flyer aus und organisiert Kampagnen, um die Mitarbeiter/innen auf das Programm aufmerksam zu machen. Die Gesundheitstage finden häufig in der Mensa statt und sind beliebt. Auch die Workshops sind sehr gefragt, berichtet Dana Lafuente, Leiterin Mitarbeiterförderung im MDC. Sie hat das einzigartige BGM-Projekt auf der Pressekonferenz zum TK-Gesundheitsreport 2018 vorgestellt. Dana Lafuente, Leiterin Mitarbeiterförderung im MDC:

„Die Seminare verdeutlichen, dass das Campus-BGM nicht nur betriebliche Gesundheitsförderung umfasst, sondern über Sportkurse hinausgeht und in die Personal- und Organisationsentwicklung hinein wirkt.“

Networking auf dem Campus

Eingebettet in viel Grün: der Campus Berlin-Buch

Da auch die Workshops unternehmensübergreifend stattfinden, können sich unterschiedliche Betriebe austauschen und voneinander lernen. Günther Pätz, Geschäftsführer des Biotech-Unternehmens Celares, betont, wie wertvoll Gespräche und Networking auf dem Campus sind. Die Inhalte der Workshops und Seminare sind breit gefächert – von kollegialem Miteinander über den Aufbau einer gesunden Führungskultur bis hin zu einer stärkeren psychischen Resilienz.

Derzeit gestalten zehn Unternehmen und drei Forschungseinrichtungen das BGM-Projekt. Unter ihnen ist das MDC, der größte Arbeitgeber auf dem Campus mit rund 1.200 Beschäftigten und rund 500 Gästen aus dem In- und Ausland. Das Projekt verbindet die Menschen auf dem Campus Berlin-Buch, ermöglicht Kommunikation und schafft ein besonderes Gemeinschaftsgefühl.


Autorin Anni SchillingAnni Schilling ist Mitarbeiterin der TK-Landesvertretung Berlin/Brandenburg.

In ihrer Freizeit kocht sie gerne und fährt Fahrrad. Entspannungspausen versucht sie aber auch in ihren Uni- und Arbeitsalltag zu integrieren.

 

 


Weiterlesen:

Betriebliche Gesundheitsförderung der Zukunft: Weitere Informationen zum Campus Vital

Fit oder fertig: Ergebnisse des TK-Gesundheitsreports 2018 

Was macht das Berufsleben mit uns? Eine Umfrage in der Fußgängerzone

Kommentieren Sie als Erster diesen Artikel

    Weitere Artikel aus den Sammlungen „Presse und Politik“, „Stories“

    0

    Schluss mit der Zettelwirtschaft: Medikamente per eRezept

    Schluss mit der Zettelwirtschaft: Medikamente per eRezept

    31.01.2019

    Ein Pilotprojekt der TK in Hamburg-Wandsbek soll zeigen, wie das eRezept in der Praxis funktioniert. 18 Monate lang können Versicherte, Ärzte und Apotheker die Vorteile einer papierlosen Verordnung testen.

    Ein Pilotprojekt der TK in Hamburg-Wandsbek soll zeigen, wie das eRezept in der Praxis funktioniert. 18 Monate lang können Versicherte, Ärzte und Apotheker die Vorteile einer papierlosen Verordnung testen.

    Artikel jetzt lesen
    0

    Morbi-RSA: Sechs Mythen im Faktencheck

    Morbi-RSA-Mythen im Faktencheck

    15.01.2019

    Die Gestaltung des Morbi-RSA ist komplex. Unstrittig ist, dass Kassen für schwer kranke Versicherte einen Ausgleich erhalten sollen – ebenso...

    Die Gestaltung des Morbi-RSA ist komplex. Unstrittig ist, dass Kassen für schwer kranke Versicherte einen Ausgleich erhalten sollen – ebenso...

    Artikel jetzt lesen
    0

    Burnout-Gefahr im Studium – vor allem bei Geisteswissenschaftlern

    Burnout-Gefahr im Studium

    08.01.2019

    Viele Studierende klagen über hohen Stress - in zahlreichen Fällen zeigen sich bereits Anzeichen für ein Burnout. Stu­den­ti­sches Ge­sund­heits­ma­nage­ment wird deshalb immer wichtiger.

    Viele Studierende klagen über hohen Stress - in zahlreichen Fällen zeigen sich bereits Anzeichen für ein Burnout. Stu­den­ti­sches Ge­sund­heits­ma­nage­ment wird deshalb immer wichtiger.

    Artikel jetzt lesen
    0

    Investitionsstau auf dem Klinikflur – das sagen Selbstverwalter dazu

    Investitionsstau auf dem Klinikflur - das sagen Selbstverwalter dazu

    14.12.2018

    Joachim Feldmann ist Arbeitgebervertreter im Verwaltungsrat der TK und Mitglied des Finanzausschusses. Im Interview erläutert er, warum das Gremium den Umgang mit GKV-Geldern im Krankenhaus kritisch sieht.

    Joachim Feldmann ist Arbeitgebervertreter im Verwaltungsrat der TK. Im Interview erläutert er, warum das Gremium den Umgang mit GKV-Geldern im Krankenhaus kritisch sieht.

    Artikel jetzt lesen
    0

    Konzept Portalpraxis: „Zu viele Berührungsängste“

    Konzept Portalpraxis: "Zu viele Berührungsängste"

    12.12.2018

    Viele Patienten steuern auch mit einfachen Gesundheitsproblemen direkt die Notaufnahmen der Krankenhäuser an. Das führt zur Überlastung der Einrichtungen - das Marienkrankenhaus in Hamburg hat deshalb ein Zentrum für Notfall- und Akutmedizin eingerichtet. Chefarzt Dr. Michael Wünning über die Hürden, die es zu überwinden gilt - und warum es sich trotzdem lohnt.

    Viele Patienten steuern auch mit einfachen Gesundheitsproblemen direkt die Notaufnahmen der Krankenhäuser an. Das führt zur Überlastung der Einrichtungen - das Marienkrankenhaus in Hamburg hat deshalb ein Zentrum für Notfall- und Akutmedizin eingerichtet. Chefarzt Dr. Michael Wünning über die Hürden, die es zu überwinden gilt - und warum es sich trotzdem lohnt.

    Artikel jetzt lesen
    1

    TK-Safe: „Jeder hat seinen persönlichen Schlüssel“

    "Jeder hat seinen persönlichen Schlüssel"

    05.12.2018

    Digitale Gesundheitsakten waren das große Thema bei der TK-Fachveranstaltung #Bremengoesdigital. Zentraler Punkt dabei: der Datenschutz. Wir haben Ronald Fritz, Executive IT-Architekt von IBM Deutschland, zu unserer Zusammenarbeit bei TK-Safe befragt. Und zu seinem persönlichen Gesundheitsmanagement.

    Digitale Gesundheitsakten waren das große Thema bei der TK-Fachveranstaltung #Bremengoesdigital. Zentraler Punkt dabei: der Datenschutz. Wir haben Ronald Fritz, Executive IT-Architekt von IBM Deutschland, zu unserer Zusammenarbeit bei TK-Safe befragt. Und zu seinem persönlichen Gesundheitsmanagement.

    Artikel jetzt lesen
    0

    Herr Baas, macht Künstliche Intelligenz Ärzte in Zukunft überflüssig?

    Macht KI Ärzte in Zukunft überflüssig?

    28.11.2018

    Das Gesundheitswesen steht vor einer Revolution: In keiner anderen Branche sind die Erwartungen an Künstliche Intelligenz (KI) so hoch wie in der Medizin. TK-Chef Dr. Jens Baas über die medizinische Versorgung der Zukunft.

    In keiner anderen Branche sind die Erwartungen an Künstliche Intelligenz so hoch wie in der Medizin. TK-Chef Dr. Jens Baas über die medizinische Versorgung der Zukunft.

    Artikel jetzt lesen
    0

    eSport – das Leben als virtueller Fußball-Profi

    Dominik ist virtueller Fußball-Profi

    26.11.2018

    Hohe Preisgelder, ausverkaufte Hallen, Fernsehübertragungen: eSport boomt. Wie Dominik Schwenk im Nebenjob mit FIFA-Spielen Geld verdient.

    Hohe Preisgelder, ausverkaufte Hallen, Fernsehübertragungen: eSport boomt. Wie Dominik Schwenk im Nebenjob mit FIFA-Spielen Geld verdient.

    Artikel jetzt lesen
    0

    Mein Freund, der Roboter: Altenpflege 4.0

    Mein Freund, der Roboter: Altenpflege 4.0

    23.11.2018

    Wie sieht die Pflege der Zukunft aus? Wer kümmert sich um uns, wenn wir es selbst nicht mehr können? Mit diesen Fragen hat sich das 7. MEDICA ECON FORUM by Techniker Krankenkasse befasst. Die Prognosen klingen ernüchternd: Es gibt immer mehr alte Menschen, aber nicht genügend Pflegepersonal. Können Pflege-Roboter helfen?

    Wie sieht die Pflege der Zukunft aus? Wer kümmert sich um uns, wenn wir es selbst nicht mehr können? Mit diesen Fragen hat sich das 7. MEDICA ECON FORUM by Techniker Krankenkasse befasst.

    Artikel jetzt lesen