Jessica Kneißler

„Habe ich Corona?“: TK bietet Fernbehandlung an

Die Unsicherheit in Corona-Zeiten ist groß. Die TK bietet nun rund um die Uhr ärztliche Unterstützung und ermöglicht die kontaktlose Behandlung Betroffener. Welche Hebel dafür in Bewegung gesetzt wurden: Projektmanager Frank Herrmann berichtet.

Eines ist sicher: Corona beschleunigt viele Prozesse im digitalen Bereich. Dass die Herausforderungen schnell und pragmatisch gemeistert werden müssen, ist allen klar. Die Fachabteilungen für Versorgungsinnovation und Arzneimittel der TK haben deshalb mit externen Kooperationspartnern in Rekordzeit einen neuen Service ermöglicht: Was genau die TK bietet und wie das Projekt auf die Beine gestellt wurde, erzählt Projektmanager Frank Herrmann.

Herr Herrmann, was genau bietet die TK ihren Versicherten an, die glauben, an Corona erkrankt zu sein?

Frank Herrmann ist Projektmanager im Bereich Versorgungsinnovation der TK.

Wir haben es zum 28. April 2020 ermöglicht, dass Versicherte mit Corona-Infektion oder Corona-Verdacht eine ärztliche Fernbehandlung in Anspruch nehmen können. Wer entsprechende Symptome hat, kann sich unter der Telefonnummer 040 – 46 06 61 91 00 beraten lassen. Diese ist rund um die Uhr erreichbar. Bei Bedarf steht zudem die TK-Onlinesprechstunde zur Verfügung. Dort können sich Versicherte nicht nur behandeln lassen, sie bekommen auch Medikamente verordnet und gegebenenfalls eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausgestellt.

Was sind die Vorteile der Fernbehandlung via Onlinesprechstunde?

Der offensichtlichste Vorteil ist: Patienten mit Corona-Verdacht oder Corona-Infektion können sich von Ärzten behandeln lassen, ohne sich selbst, die Praxismitarbeiter oder andere Menschen auf dem Weg zum Arzt anzustecken.
Denn bei der TK-Onlinesprechstunde behandeln die Ärzte die Versicherten über die TK-Doc-App per Videotelefonie.

Angenommen, ich bin an Corona erkrankt, muss mich krankschreiben lassen und bekomme ein Rezept – wie geht es dann weiter?

Die Anbindung der Ärzte, die TK-Doc-App, das E-Rezept – all das musste ja nicht erst aus dem Boden gestampft werden.

Auch hier greifen wir auf die Möglichkeiten der Digitalisierung zurück: Derzeit verfügen bundesweit bis zu 7.000 Apotheken über die technischen Voraussetzungen, E-Rezepte zu erhalten und mit der Techniker abzurechnen. Durch den Botendienst der Apotheken ist auch eine Lieferung nach Hause inklusive einer kontaktlosen Übergabe des Arzneimittels möglich. Bei einer Krankschreibung erfolgt die Übermittlung an die TK auf Wunsch des Versicherten ebenfalls auf elektronischem Weg. Allerdings: Der Versand der Durchschläge für den Versicherten und den Arbeitgeber muss derzeit aus rechtlichen Gründen noch auf dem Postweg erfolgen.

Wie lief die Umsetzung des Projektes ab?

Die technischen Voraussetzungen für die Fernbehandlung hatten wir schon vor Corona geschaffen: Die Anbindung der Ärzte, die TK-Doc-App, das E-Rezept – all das musste ja nicht erst aus dem Boden gestampft werden. So war schnell die Idee geboren, während der Corona-Pandemie das Konzept Fernbehandlung mit Blick auf die Diagnose des neuen Virus auszubauen – und so Betroffenen zu ermöglichen, von der ärztlichen Behandlung bis zur Versorgung mit Medikamenten ihr Zuhause nicht verlassen zu müssen. Das alles in kurzer Zeit auf die Beine zu stellen, hat natürlich bei allen Beteiligten für eine Menge Druck gesorgt. Ich bin froh, dass wir das jetzt so schnell geschafft haben!

Wer kam für das Projekt alles an einen Tisch?

Vonseiten der TK waren es vor allem Mitarbeiter aus dem Bereich Versorgungsinnovation und die Kollegen aus der Fachabteilung Arzneimittel. Über einen Monat konzentrierten wir gemeinsam mit Vertretern der ife Gesundheits-GmbH, dem Gesundheitsdienstleister NOVENTI sowie externen Tech-Agenturen unsere Kräfte auf das Projekt. Über die ife GmbH sind die behandelnden Ärzte eingebunden, die Agentur Cap3 programmiert die TK-Doc-App, eHealth-Tec ist technischer Betreuer des E-Rezepts und NOVENTI unsere Schnittstelle zu den Apotheken. Am Ende waren es sicher mehr als drei Dutzend Beteiligte, die sich hier eingesetzt und für das Projekt an einem Strang gezogen haben.

Weitere Infos

Als erste Kasse bietet die TK ein vollständig digitales Pilotprojekt zur Fernbehandlung von Versicherten per Videotelefonie. Zur Nutzung der Onlinesprechstunde können Versicherte die TK-Doc-App kostenlos herunterladen und selbst über den geschützten „Meine TK“ freischalten. Die TK-Doc-App wird aktiviert mit der TK- Versichertennummer, dem Geburtsdatum und einem selbstgewählten Passwort.

TK-Doc im Play Store
TK-Doc im App Store (die neue Version wird im Store im Laufe der Woche bereitgestellt)

Hinweis: Da auch die Authentifizierung der Versicherten vollständig digital erfolgt, ist die Nutzung von „Meine TK“ notwendig. Zusätzlich muss das smsTAN-Verfahren dort freigeschaltet werden.


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