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TK-Safe: „Jeder hat seinen persönlichen Schlüssel“

05.12.2018

Digitale Gesundheitsakten waren das große Thema bei der TK-Fachveranstaltung #Bremengoesdigital. Zentraler Punkt dabei: der Datenschutz. Wir haben Ronald Fritz, Executive Partner bei IBM und IT-Architekt, zu unserer Zusammenarbeit bei TK-Safe befragt. Und zu seinem persönlichen Gesundheitsmanagement.

Von Inga Heinrich 

Oft wird die Befürchtung geäußert, dass vertrauliche Patientendaten in die falschen Hände gelangen könnten. Wie gewährleisten TK und IBM mit TK-Safe Datensicherheit?

Wir haben bei TK-Safe, der digitalen Gesundheitsakte der TK, natürlich die für Deutschland und Europa geltenden datenschutzrechtlichen Vorgaben beachtet und die Lösung entsprechenden Audits unterzogen. Zudem haben wir die digitale Gesundheitsakte technisch so ausgelegt, dass alle Daten in verschlüsselter Form gespeichert werden.

Nur der Versicherte kann die Daten mit seinem persönlichen „Schlüssel“ öffnen und einsehen.

Egal von welcher Quelle die Daten in die Akte kommen, sei es vom Arzt oder von der Krankenkasse: Die Daten werden immer an der Quelle verschlüsselt und gelangen so verschlüsselt in die Akte. Last but not least erfolgt die gesamte Datenhaltung in einem vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland bei der IBM.

Wie sieht Ihr persönliches digitales Gesundheitsmanagement aus?

Ronald Fritz, Executive IT-Architekt von IBM Deutschland

Ich habe eine Menge papierner Unterlagen, die sich an unterschiedlichen Ablageorten befinden und meist genau dann nicht zur Hand sind, wenn ich sie benötige. Das betrifft sowohl meine historischen und aktuellen Blutspendeausweise, Brillenpässe und medizinischen Befunde als auch die Impfpässe meiner Familie. Diese trage ich bislang auf jeder meiner Reisen mit mir herum, entsprechend mitgenommen sehen die gelben Papiere aus. Sie warten auf ihre digitale Alternative! Ähnlich „analog“ verhält es sich mit meinen Medikamenten. Da wäre eine Erinnerungsfunktion toll, die mitteilt, wann Medikamente ablaufen, wann ich die nächste Packung besorgen muss und wie viele Medikamente ich in den vergangenen Monaten und Jahren eingenommen habe.

Haben Sie schon eine Akte eingerichtet?

Ja, selbstverständlich! Für meine persönliche Vorsorge und im Behandlungsfall finde ich es wichtig, dass ich die Daten zu meiner Gesundheit an einer zentralen Stelle verfügbar habe. Dies betrifft bei mir auch Informationen zu meinen Sportaktivitäten und gerne auch – das ist meiner Frau sehr wichtig – Informationen zu meiner Ernährung. So können digitale Vorsorgedienste und Ärzte ein umfassendes Bild über meine Konstitution erhalten – wenn ich dies möchte.

Was ist Ihre Vision für die Zukunft des digitalen Gesundheitswesens?

Das ist ein weites Feld. Vor allem geht es um das Heben der großen Synergiepotentiale. Wir werden eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Digitalisierung erleben. Dies kann Prozesse vereinfachen und beschleunigen und die Akteure im Gesundheitswesen mehr und mehr vernetzen.

Nach aktuellen Studien könnte die Digitalisierung via digitaler Akten alleine in Deutschland zu Einsparpotenzialen von über 30 Milliarden Euro führen!

Die Mechanismen der künstlichen Intelligenz, die große Datenmengen analysieren und Ableitungen treffen können, dürften bei der Prognose von Krankheitsverläufen oder als Therapieunterstützung für Ärzte einen großen Wert haben.

 


Inga Heinrich ist Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der TK-Landesvertretung Bremen. Die gebürtige Niedersächsin ist großer Fan der Hansestadt und von ihrem Fußballverein Werder. In ihrer Freizeit ist sie gern ganz analog zu Fuß unterwegs, allerdings nie ohne den Schrittzähler als digitalem Begleiter.

 

 

 

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