Jessica Kneißler

Burnout-Gefahr im Studium – vor allem bei Geisteswissenschaftlern

Viele Studierende klagen über hohen Stress. Zahlreiche Fälle zeigen bereits Anzeichen für ein Burnout – und das in so jungen Jahren! Stu­den­ti­sches Ge­sund­heits­ma­nage­ment wird deshalb immer wichtiger.

„Der Druck, Vollzeit zu studieren und dann noch nebenbei arbeiten zu müssen, um mir mein Leben zu finanzieren, belastet mich extrem. Für Freunde und andere Dinge bleibt oft zu wenig Zeit.“

Das erzählte uns Luisa, die Biologie und Chemie im Bachelor studiert und ihr Studium durch mehrere Nebenjobs finanziert. Und sie ist bei Weitem nicht allein unter ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen.

24,4 Prozent der Studierenden leiden unter Erschöpfung

Dass solche Belastungen nicht folgenlos bleiben, belegt auch unsere  Studie zur „Gesundheit Studierender in Deutschland 2017“, eine Kooperation des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), der Freien Universität Berlin und der TK.

Über Erschöpfung klagt fast ein Viertel der Studierenden, fast genauso viele plagen zudem Zweifel am Studium. Das geht vor allem auf die Psyche: Knapp 82 Prozent der Befragten beurteilen ihre Gesundheit insgesamt als „gut“ oder „sehr gut“.

Knapp 82 Prozent der Befragten beurteilen ihre Gesundheit insgesamt als „gut“ oder „sehr gut“.

Doch Diagnosen wie Angststörungen und depressives Syndrom sind bei Studierenden deutlich häufiger als bei gleichaltrigen Nicht-Studierenden. Studentinnen weisen dabei ein höheres Erkrankungsrisiko auf als ihre männlichen Kommilitonen.

Mediziner zeigen sich am stabilsten

Unsere Studie zeigt auch, dass die Belastung bei Studierenden verschiedener Studienfächer unterschiedlich ausfällt: Sprach- und Kulturwissenschaftler sind am häufigsten betroffen, während Studierende der Medizin und Gesundheitswissenschaften am seltensten über psychische Belastungen klagen.

TK fördert Gesundheit an Hochschulen

Die TK unterstützt die deutsche Hochschullandschaft bereits seit über 15 Jahren systematisch bei der Gesundheitsförderung mit gezielter und struktureller Beratung. 2018 ist die Seminarreihe „SGM – wie geht denn das?“ gestartet, die sich an verschiedene Akteure in den Hochschulen richtet. Im April 2019 können sich beispielsweise Studierende am Karlsruher Institut für Technologie informieren, wie individuelles Engagement im Bereich Gesundheitsmanagement an der Hochschule Erfolg haben kann.

Es werden Umsetzungsmöglichkeiten von Analyse über Planung bis zur Durchführung und Evaluation eines SGM vorgestellt. In jedem Seminar werden diese Schritte mit praktischen Beispielen aus Hochschulen veranschaulicht.


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