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    Mit zunehmendem Alter und Pflegebedarf steigt die Sturzgefahr – das beschäftigt auch pflegende Angehörige. Pflegeberaterin Annette Radek erzählt, welche Folgen Stürze nach sich ziehen und wie man diese vorbeugen kann.

    Welche Aufgaben haben Sie als Pflegeberaterin?

    Meine Kollegen und ich beraten Pflegebedürftige – auch in ihrem Zuhause. Dadurch kommen wir sehr nahe an die Menschen heran. Wir sprechen auch mit den pflegenden Angehörigen darüber, was ihnen schwer fällt und wo sie Unterstützung benötigen. Als ausgebildete Pflegeberaterin kläre ich Betroffene über die Leistungen der Pflegeversicherung und die Wege der Inanspruchnahme auf. Außerdem informiere ich über Möglichkeiten der Wohnumfeldanpassung und Hilfsmittelversorgung. Dabei kann ich auf Erfahrungswerte aus Situationen anderer Pflegebedürftiger zurückgreifen.

    Annette Radek ist Pflegeberaterin bei spectrumK. Sie berät pflegebedürftige Versicherte und deren Angehörige telefonisch und vor Ort rund um das Thema Pflege.

    Sind Stürze ein großes Problem in der häuslichen Pflege?

    Auf jeden Fall. Wenn jemand bereits gestürzt ist, ist das Thema sehr präsent. Es gibt aber auch viele Pflegebedürftige, die noch nicht gestürzt sind, aber unsicher gehen oder merken, dass sie nicht mehr alles selbst machen können. Das führt ebenfalls zu besonderer Vorsicht. Manchmal entwickeln die Pflegebedürftigen sogar eine ausgeprägte Angst und trauen sich nicht mehr, ihre Wohnung zu verlassen oder auch nur ins Bad zu gehen.

    Warum kommt es im Alter überhaupt häufiger zu Stürzen?

    Im Alter lassen Muskelkraft und -Spannung nach. Die Menschen bewegen sich oft zu wenig und können es auch nur noch eingeschränkt. Das kann an Krankheiten, Schmerzen oder auch mangelndem Antrieb liegen. Je unsicherer die Betroffenen sind, desto größer ist ihre Angst zu stürzen. Dadurch schränken sie ihre Aktivitäten immer weiter ein. Auch Medikamente können eine Rolle spielen, wenn sie schwindelig oder müde machen. Und auch die Sinneswahrnehmung lässt mit zunehmendem Alter nach. Das alles erhöht die Sturzgefahr.

    „Es entsteht eine regelrechte Sturzangst: Die Menschen vermeiden, sich zu bewegen und die Wohnung zu verlassen. Das kann zu Depressionen und sozialer Vereinsamung führen.“

    Annette Radek

    Was sind typische Folgen von Stürzen?

    Es kommt häufig zu Frakturen, Operation und längeren Klinikaufenthalten. Wenn Menschen länger bettlägerig sind, bauen sie auch körperlich ab. Vielen wird erst durch einen Sturz bewusst, dass bestimmte Hilfsmittel eben doch notwendig sind. Der Rollator, den sie vorher verpönt haben, wird nach dem Sturz zum regelmäßigen Begleiter, den Hausnotrufknopf, der vorher im Schrank lag, tragen sie nun ständig bei sich.

    Wie wirken Stürze auf Angehörige?

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Angehörige die Situation oft völlig anders einschätzen als die Betroffenen selbst. Während die Pflegebedürftigen in einer bestimmten Situation das Gefühl haben, sich noch ganz gut zusammenzureißen und ihre Aufgaben zu meistern, nehmen Angehörige eher die Defizite war. Ihnen fallen beispielsweise Unsicherheiten beim Gehen auf und sie machen sich Sorgen.

    Wie reagieren die Pflegenden auf die Situation?

    Jede Generation hilft sich anders. Manche ältere Frauen, die den Partner pflegen, begleiten ihn nach einem Sturz auf Schritt und Tritt. Wenn Kinder oder Enkel in die Pflege involviert sind, recherchieren sie oft erstmal online, welche Hilfsmittel oder digitalen Möglichkeiten es gibt.

    Was halten Sie von Sturzsensoren?

    Die finde ich grundsätzlich gut. Natürlich ist es wichtig, dass die Betroffenen auch einsehen, welche Vorteile sie dadurch haben. Manche älteren Menschen reagieren zurückhaltend gegenüber neuen Geräten und Hilfsmitteln. Ich denke aber, dass Sturzsensoren und Co. die Lebensqualität maßgeblich verbessern können und künftige Pflegebedürftige dafür sehr offen sein werden.

    Kerstin Griessmeier

    Kerstin Griessmeier

    Kerstin Grießmeier ist Pressereferentin der TK. Sie kümmert sich um die Themen Gesundheitspolitik, Pflege, Selbstverwaltung und Sozialwahl sowie um den Geschäftsbericht des Unternehmens.

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