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    Schon 2008 haben der Wissenschaftler und Nobelpreisträger Richard Thaler und sein Kollege Cass Sunstein ihr Buch „Nudge: Wie man kluge Entscheidungen anstößt“ vorgestellt. Gerade in der Prävention ist das Modell beliebt. Im Interview erklärt Dr. Sabine Voermans, Leiterin des Gesundheitsmanagements der TK, worauf es beim Nudging ankommt.

    Frau Dr. Voermans, immer häufiger taucht der Begriff „Nudging“ auf. Was ist darunter zu verstehen?

    Unter Nudging kann man ein leichtes Anstoßen verstehen. Das Ziel ist eine positive Verhaltensänderung. Es geht dabei nicht darum, mit aggressiven Werbemaßnahmen etwas zu verkaufen. Vielmehr werden die Menschen liebevoll angestupst. Man könnte es auch als eine Manipulation im positiven Sinne bezeichnen. Die Maßnahmen sind transparent gestaltet. Die Menschen haben ein Recht auf Unvernunft, sollen aber mit ihrem Einverständnis Alternativen aufgezeigt bekommen.

    Wie kann Nudging die Gesundheit verbessern?

    Dr. Sabine Voermans leitet das Gesundheitsmanagement der TK, das sich an über 10 Millionen TK-Versicherte und 750.000 Unternehmen richtet.

    Das alltägliche Verhalten zu ändern ist eine komplexe Angelegenheit. Nur wenn wir das Durchhaltevermögen fördern, können die Effekte von Nudging nachhaltig wirken.

    Kleine Stupser können Menschen dazu bringen, häufiger die Treppe statt den Aufzug zu nutzen. In Kantinen können die Laufwege so angelegt werden, dass gesunde Nahrungsmittel leichter erreicht werden als fettige und stark gesüßte Speisen. Bei Kindern hilft es, gesunde Lebensmittel auf bunten Tellern anzubieten. Das alles sind keine Vorgaben mit erhobenem Zeigefinger, sondern kleine Anstöße für eine bessere Gesundheit. Wir wünschen uns natürlich, dass solche Maßnahmen auch im privaten Bereich helfen, ein gesünderes Leben zu führen.

    Haben Sie weitere Beispiele?

    „Spannend sind Stupser, die man sich selbst geben kann.“

    Dr. Sabine Voermans

    Bonusprogramme regen dazu an, bewusst etwas für die Gesundheit zu tun. Spannend sind außerdem Stupser, die man sich selbst geben kann. Wenn man weiß, dass man abends zum Sport will, kann man die Sporttasche schon morgens mitnehmen. Es hilft auch, sich selbst gesunde Verpflegung für den Tag vorzubereiten, um auf ungesunde Snacks unterwegs zu verzichten.

    Nudging digital – wie geht das?

    Ein Beispiel, das in vielen Apps genutzt wird, sind Prämien für erzielte Erfolge. Manche Anwendungen verleihen virtuelle Medaillen, wenn ein sportliches Ziel erreicht oder eine wichtige Ruhephasen eingelegt wurde. Viele Menschen teilen Fotos ihrer gesunden Mahlzeiten via Social Media. Das kann ein Anstoß für Freunde und Bekannte sein, selbst etwas Ausgewogenes zu kochen.

    Es gibt nicht diese eine Maßnahme, die für alle Menschen gleiche Erfolge verspricht. Entscheidend ist, dass der einzelne Mensch eine bewusste Entscheidung für seine Gesundheit trifft.

    Anni Schilling

    Anni Schilling

    Anni Schilling ist Mitarbeiterin der TK-Landesvertretung Berlin/Brandenburg. In ihrer Freizeit kocht sie gerne und fährt Fahrrad. Entspannungspausen versucht sie aber auch in ihren Uni- und Arbeitsalltag zu integrieren.

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