Johanna Küther

TK-Stressreport 2025: So gestresst ist Deutschland

Weltweite Konflikte und Zukunftsängste, Infoflut durch Social Media, familiäre Verpflichtungen und eine zunehmende Verdichtung der Arbeitswelt: Deutschland ist im Stress. Das zeigt der mittlerweile vierte TK-Stressreport, für den wir die Menschen in Deutschland nach ihrem Stressempfinden gefragt haben.

Das Ergebnis ist: Zwei Drittel der Befragten gaben an, sich häufig oder manchmal gestresst zu fühlen. Lediglich acht Prozent empfinden nach eigenen Angaben nie Stress, 26 Prozent selten. Die Daten zeigen auch: Das Stressempfinden hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen, 2013 lag der Anteil derer, die sich häufig oder manchmal gestresst fühlen, noch bei 57 Prozent, 2016 waren es 60 Prozent, 2021 bereits 64 Prozent.

Was stresst Deutschland?

Dabei sind es vor allem die hohen Ansprüche an sich selbst, die die Menschen unter Druck setzen, gefolgt von Schule, Studium oder Beruf. Interessant dabei ist auch: Männer stresst vor allem die Arbeit, Frauen die eigenen Ansprüche. An dritter Stelle werden politische und gesellschaftliche Probleme genannt, die als Belastung wahrgenommen werden.

Kriege, Krisen, Polarisierung

Hier genauer nachgefragt zeigt sich: 62 Prozent der Gestressten belasten Kriege und internationale Konflikte. Es folgen die Angst vor politischer Polarisierung (59 Prozent), vor Gefährdung der inneren Sicherheit durch Kriminalität, Terrorismus und Extremismus (52 Prozent), vor Wohlstandsverlust (47 Prozent) sowie vor den Auswirkungen des Klimawandels (44 Prozent).

Wenn Stress auf die Gesundheit geht

Damit aus dem Stress kein chronischer Zustand wird, braucht es immer wieder Phasen der Entspannung und Regeneration. Vielen Menschen fällt das jedoch schwer, sie befinden sich im Dauerstress. Auch empfinden mehr als die Hälfte der Befragten das Leben heute als stressiger als vor 15 oder 20 Jahren.

Die Forschung ist sich einig: Chronischer Stress erhöht das Risiko für bestimmte physische und psychische Krankheiten, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Probleme, Rückenschmerzen oder Depressionen. Die Ergebnisse des Reports weisen in dieselbe Richtung. Die gestressten Befragten litten deutlich häufiger unter Rückenschmerzen, Erschöpfung und Schlafproblemen, als jene, die selten oder nie gestresst sind.

Gestresst – und nun?

Damit Stress auf Dauer nicht auf die Gesundheit geht, ist es so wichtig abzuschalten und sich zu erholen. 83 Prozent der Befragten verbringen hierzu Zeit in der Natur oder gehen Spazieren, 78 Prozent widmen sich ihrem Hobby. Ebenso viele treffen sich mit Familie oder Freundinnen und Freunden, um Stress abzubauen.

Weitere Informationen

Für den TK-Stressreport 2025 wurden vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK im Mai 2025 bundesweit repräsentativ telefonisch 1.407 Menschen ab 18 zu ihrem Stresserleben befragt.



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Frau schaut Nachrichten vom Sofa aus Johanna Küther Johanna Küther
Stressstudie 2021 Portraitbild Nicole Nicole Knabe
gestresster Mann am Arbeitsplatz Johanna Küther Johanna Küther

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4 Kommentare

  • Natalia H.

    In diesem Fall gibt es zwei Seiten: Erstens wollen die Betroffenen nicht zeigen, dass sie über ihre körperlichen und seelischen Grenzen hinausgehen. Zweitens will die Umgebung dies nicht als Erkrankung anerkennen. Ein bisschen schlafen, Tee trinken und dann wieder voll arbeiten. In unserer Gesellschaft wird das leider nicht zu 100 Prozent akzeptiert. Ich wünsche allen, dass sie einen Weg finden, wieder fit zu werden – am besten mit medizinischer Unterstützung. Ein schönes Wochenende 😇und entspannte 1.Advent🎄🎄

  • L. A.

    Ich bin ehrlich gesagt sehr enttäuscht, dass der wahrscheinlich größte Stressfaktor für die Menschen in unserer Gesellschaft keinerlei Erwähnung fand in der Studie: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, etc.).
    Uns weismachen zu wollen, dass wir aufgrund unserer hohen Ansprüche so viel Stress ertragen müssen, macht mich fassungslos!

  • Simone Kadler

    Gut, dass das Thema Stress untersucht wird. Tendenziell wird Stress für viele Menschen in 2026 weiter ansteigen und wenn die Kassen nichts dagegen unternehmen, dann werden die Kosten für daraus resultierende Krankheiten ins Uferlose steigen. Die Top 10, die Sie als „Umgang mit Stress“ darstellen, benennen Yoga und Meditation überhaupt nicht. Keiner der TOP 10 kommt auch nur annäherend an die Ergebnisse heran, die mit der Transzendentalen Meditation in Bezug auf Cortisol-Reduktion, Beseitigung von Schlafstörungen, Bluthochdruckreduktion etc. in vielen randomisierten Studien nachgewiesen wurden. Machen Sie doch mal hierüber Untersuchungen. Da können Sie eine Menge Geld sparen und die Krankenkassenbeiträge senken statt immer weiter zu erhöhen.
    Rufen Sie mich gern an. Tel. 040- 5317686. Ich halte gern einen Vortrag darüber für Ihre Entscheider.
    Freundliche Grüße Simone Kadler

  • Simone Kadler

    Gut, dass das Thema Stress untersucht wird. Tendenziell wird Stress für viele Menschen in 2026 weiter ansteigen und wenn die Kassen nichts dagegen unternehmen, dann werden die Kosten für daraus resultierende Krankheiten ins Uferlose steigen. Die Top 10, die Sie als „Umgang mit Stress“ darstellen, benennen Yoga und Meditation überhaupt nicht. Keiner der TOP 10 kommt auch nur annäherend an die Ergebnisse heran, die mit der Transzendentalen Meditation in Bezug auf Cortisol-Reduktion, Beseitigung von Schlafstörungen, Bluthochdruckreduktion etc. in vielen randomisierten Studien nachgewiesen wurden. Machen Sie doch mal hierüber Untersuchungen. Da können Sie eine Menge Geld sparen und die Krankenkassenbeiträge senken statt immer weiter zu erhöhen.
    Ich halte gern einen Vortrag darüber für Ihre Entscheider.
    Freundliche Grüße Simone Kadler