Kristin Schmidt

Netzwerk für Gesundheits-Start-ups: Der Health Innovation Port

Manchmal geht es bei Innovationen nicht darum, etwas völlig Neues zu schaffen, sondern bereits Bestehendes klug weiterzuentwickeln. Genau dafür steht der Health Innovation Port (HIP) powered by Die Techniker.

Verbindungen erhalten, stärken und gezielt erweitern: Für junge Start-ups im Gesundheitswesen ist ein gut funktionierendes Netzwerk ein entscheidender Erfolgsfaktor. Genau hier setzt der Health Innovation Port (HIP) an: Er bietet für Start-ups nicht nur Raum für Ideen, sondern ermöglicht den direkten Zugang zu den richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern aus Versorgung, Forschung, Industrie und Investment. So bleiben Innovationen nicht im geschützten Raum, sondern werden von Anfang an auf den Weg zur praktischen Anwendung gebracht.

„Wir wollen unser Netzwerk ausbauen und gezielt neue Partner einbinden, um die Strecke von einer Idee bis zur tatsächlichen Versorgung zu verkürzen. So helfen wir Start‑ups, aus ihrer Vision konkrete Leistungen für unsere Versicherten werden zu lassen“, beschreibt Lars Boermann, der bei der TK verantwortlich für den HIP ist, den Ansatz des Netzwerks.

Dabei steht der Austausch im Mittelpunkt. In Formaten wie „Meet the Experts“, in denen bereits erfolgreich im Gesundheitsmarkt etablierte Start-ups ihre Erfolgsstorys teilen, und in gezielten Vernetzungs-Events werden die Gründer:innen genau mit den Akteur:innen zusammengebracht, die sie für den Entwicklungsschritt brauchen.

Lars Boermann, TK-Verantwortlicher für den HIP. (Credit: Philipp Behrendt)

Die Pitches auf dem Health Innovation Award 2026

Wie wichtig dieser Ansatz ist, wurde auch beim Health Innovation Award 2026 deutlich. Der Abend im Digital Hub Hamburg gab einen komprimierten Einblick in das, was aktuell im Gesundheitswesen entsteht. Mehr als 80 Start-ups und Unternehmen hatten sich für den Award beworben, sechs von ihnen schafften es ins Finale. Auf der Bühne präsentierten sie ihre Lösungen in kurzen Pitches, stellten sich den Fragen der Jury und machten deutlich, wie sie die Versorgung konkret verbessern wollen.

Die Themen waren so vielfältig wie die Herausforderungen im Gesundheitswesen selbst: von barrierefreier Technologie über digitale Begleitung rund um Operationen bis hin zu personalisierten Gesundheitsangeboten für unterschiedliche Lebensphasen.

Rede von Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK und Vorsitzender der Jury, mit Preisträger "Luma Life". (Credit Philipp Behrendt)

Gewinner des Health Innovation Award 2026: Luma Life – KI‑Companion für frühe Demenz

Nach den Pitches zog sich die Jury aus Expertinnen und Experten der Versorgung und Gesundheitswirtschaft zur Beratung zurück und kürte am Ende Luma Life zum Gewinner des Abends. Das Hamburger Start-up hat einen KI-basierten Companion für Menschen in frühen Demenzphasen entwickelt. Ziel ist es, Betroffene im Alltag zu unterstützen, ihnen Orientierung zu geben und ihre Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Gleichzeitig werden auch Angehörige entlastet – ein wichtiger zusätzlicher Aspekt. Für die Jury war genau das ausschlaggebend: Eine Lösung, die nicht nur technologisch innovativ ist, sondern einen klaren Nutzen für die Versorgung bietet.

„Luma Life adressiert ein aktuell gravierendes Versorgungsproblem: Menschen in frühen Demenzstadien, die noch über eine ausreichende Selbstständigkeit verfügen, zu unterstützen. Gerade diese Patientinnen und Patienten, ebenso wie ihre pflegenden Angehörigen, können von der Begleitung im Alltag besonders profitieren,“ betont Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK und Vorsitzender der Jury. „Mit dem ‚Companion-Ansatz‘ greift das Start-up zudem eine Technologie auf, die auch über den konkreten Anwendungsfall hinaus großes Potenzial für die Versorgung der Zukunft bietet. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Luma Life die weitere Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen.“

Genau hier schließt sich der Kreis zum HIP: Der Award ist für die Start-ups nicht der Endpunkt, sondern eine wichtige Station auf dem Weg zu einem etablierten Unternehmen im deutschen Gesundheitsmarkt. Die entscheidende Phase beginnt erst nach dem Pitch: Dann gilt es, die Lösungen weiterzuentwickeln, Kooperationsmöglichkeiten auszuloten und konkrete Wege in die Versorgung zu finden. Im HIP-Netzwerk bringt die TK die relevanten Akteure zusammen – und schafft die Voraussetzungen dafür, dass aus guten Ideen echte Anwendungen werden können.

Hintergrund

Ursprünglich wurde der Health Innovation Port im Jahr 2017 von Philips und der Stadt Hamburg mit der TK als Gründungspartner ins Leben gerufen. In Zukunft werden die gewachsenen Strukturen und die Marke des HIP von der TK allein weiterentwickelt.



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