Katharina Borgerding

Die TK jetzt als App

Krankmeldungen einreichen, Punkte für das Bonusprogramm sammeln und alle TK-Briefe nur noch digital empfangen – mit der TK-App ist das ab sofort möglich. Doch wie entsteht so eine App eigentlich? Ein Blick hinter die Kulissen.

Seit Anfang März gibt es die „TK für die Hosentasche“. Die App bündelt viele Angebote – vom AU-Upload bis zur individuellen Medikamentenübersicht. Zusammen mit ihrem Team haben Projektleiter Udo Vismann und der technische Leiter Jan Koops in den vergangenen zehn Monaten an dem Smartphone-Programm gearbeitet – und das komplett agil.

Agiles Arbeiten für die TK-App

Agil? Was bedeutet das überhaupt? Bei der App-Entwicklung haben die Kollegen nach dem sogenannten Scrum-Modell gearbeitet. Scrum gibt  verschiedene Rollen vor: Der Product Owner (Vismann) gibt die fachlichen Eigenschaften des Produkts vor und sammelt diese in einem Themenspeicher (Backlog). Der Scrum Master (Koops) koordiniert das Team, welches wiederum konkret an der TK-App arbeitet. Die Themen mit dem größten Nutzen für den Kunden werden dann vom Product Owner für den nächsten Entwicklungzeitraum (14-tägiger Sprint) ausgesucht und direkt umgesetzt.

Wieso braucht die TK überhaupt eine App?

Udo Vismann: Wir haben die Vision, dass unsere Versicherten alles, das sie derzeit noch in der analogen Welt erledigen  auch über das Smartphone regeln können. Das kennen sie auch von ihrer Bank, von Online-Versandhäusern oder von Paketdiensten. Als Krankenkasse möchten wir diesem Trend nicht nachstehen, denn unsere Kunden erwarten das von uns.

Wie lange hat es gedauert, die TK-App zu entwickeln?

Jan Koops: Wir haben ungefähr acht Monate bis zur ersten Beta-Version gebraucht. Kleinere Apps könnte man deutlich schneller entwickeln, aber wir wollten bereits die erste Version der TK-App mit vielen sinnvollen Features ausstatten.

Und was kann die App nun genau?

Udo Vismann: TK-Versicherte können Ihre Krankmeldung hochladen, Nachrichten an die TK schreiben und das komplette Bonusprogramm digital umsetzen. Mit unserem Fitnessprogramm geben wir ihnen Anregungen und Tipps für ein aktives Leben. Und in diesem Rahmen es ist sogar möglich, sich seine Fitnessaktivitäten bonifizieren zu lassen.

Jan Koops: Außerdem können Versicherte sich in einer Übersicht anschauen, welche Medikamente sie in den letzten drei Jahren verschrieben bekommen haben. Gerade wegen dieser Funktion haben wir die App stark gesichert – mit der sogenannten Zwei-Faktoren-Authentifizierung. Der eine Faktor ist, dass der Kunde sein Smartphone nur mit einem persönlichen Freischaltcode in der App registrieren kann und der zweite Faktor ist das Passwort, das der Versicherte beim Starten der App immer eingeben muss.

Was waren die besonderen Herausforderungen bei der Entwicklung der App?

Udo Vismann: Das waren eindeutig unsere hohen Sicherheitsanforderungen, um hochsensible Gesundheitsdaten, wie die gerade erwähnte Medikamentenübersicht, in der App darstellen zu können. Die Versicherten können sich sicher sein, dass niemand an ihre Daten gelangen kann. Dieser Punkt ist uns sehr wichtig und wir haben nebenbei auch eine gesetzliche Verpflichtung.

Jan Koops: Es war nicht einfach, die App einerseits sicher, aber andererseits für den User auch bequem zu gestalten. Deswegen mussten wir zum eigenen Schutz der Versicherten Mobilgeräte ausschließen, die manipulationsanfällig sind. Dazu gehören zum Beispiel auch sogenannte gerootete und gejailbreakte Smartphones.

Udo Vismann: Es gibt zwar Versicherte, die ihr Smartphone ganz bewusst rooten, aber einige Versicherte kaufen sich auch ein neues Handy, das von vorneherein gerootet ist und wissen das nicht. Manche User schlagen vor, ihnen selbst die Entscheidung zu überlassen, ob sie sich und ihre Daten der Missbrauchsgefahr aussetzen wollen, und nur einen Warnhinweis in die App einzubauen. Aber was ist mit den Versicherten, die nicht wissen, was ein „Root“ ist? Die drücken im Zweifel einfach auf „OK“ und sind sich nicht bewusst, welches Risiko sie damit eingehen. Gesundheitsdaten sind nun mal hochsensibel. Deswegen sind Kompromisse für uns ausgeschlossen.

Wie geht es mit der App jetzt weiter?

Jan Koops: Wir versuchen die Kundenwünsche umzusetzen. Ganz aktuell arbeiten wir zum Beispiel am Einloggen per Fingerabdruck. Wir hoffen, dass wir diese Funktion bald den Kunden zur Verfügung können. Auch ist vorgesehen, dass Versicherte bald den Bearbeitungsstand ihrer Anträge in der App nachverfolgen können. Ein weiteres Feature wird eine elektronische Gesundheitsakte sein, in der unsere Kunden Ihre Gesundheitsdaten zentral verwalten können.

Haben Sie schon die TK-App heruntergeladen? Wie gefällt sie Ihnen? Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

QR-Code für die TK-App AndroidInstallation auf einem Smartphone mit Android:

Die TK-App finden Sie in Google Play zum Beispiel unter dem Suchbegriff „Techniker Krankenkasse“.

QR-Code für die TK-App iOSInstallation auf dem iPhone:

Sie finden die TK-App im Apple App Store zum Beispiel unter dem Suchbegriff „Techniker Krankenkasse“.


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