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Techniker trifft Netzgemeinde – Rückblick auf die re:publica 2018

09.05.2018

POP war das Motto der diesjährigen Internetkonferenz re:publica. POP wie Popkultur, Power of People, oder wie das Geräusch, wenn die Filterblase um einen herum zerplatzt.

Doch nicht nur bunte Fotomotive und innovative Digitalkonzepte bestimmten das Programm. Viel diskutiert wurden auch bedenkliche Entwicklungen im Netz wie etwa zunehmende Hassbotschaften und Fake-News. Reichlich Kritik gab es zudem für die Machtkonzentration der Internetriesen Google, Facebook & Co.

Gesundheitsbranche ist begehrt

Auch der Gesundheitsmarkt wird von den privatwirtschaftlichen Anbietern schrittweise erschlossen. Angefangen bei Fitnesstrackern und Gesundheit-Apps, erstreckt sich das Angebot mittlerweile über persönliche Gesundheitsakten bis hin zu eigenen Krankenhäusern.

„Meine Sorge ist, dass das sonst Apple oder Google machen“, begründete TK-Chef Dr. Baas seinen Vorstoß mit der elektronischen Gesundheitsakte TK-Safe unter anderem mit der Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten. Bei seiner Diskussion mit der Schweizer Professorin Dr. Andréa Belliger am Montag auf der re:publica platzte der Raum aus allen Nähten. Die anschließende Fragerunde bestätigte, dass neben dem technischen auch ein kultureller Wandel in Gange ist. Indem sich die Patienten durch das Internet ganz anders informieren und vernetzen können als bisherige Generationen, werden sie immer mehr zu Managern ihrer eigenen Daten.

Entsprechend stieß der sogenannte re:health-Track – also die Vortragssparte zu Gesundheitsthemen – auf großes Interesse. Die TK nutzte die Gelegenheit, um mit Digitalexperten und -nutzern ins Gespräch zu kommen.

Kasse trifft auf Start-ups

„Wie Innovationen ins Gesundheitswesen kommen“ war die Fragestellung, der TK-Versorgungsexperte Dennis Cole am zweiten Veranstaltungstag nachging. In der „Speaker’s Corner“ der re:publica erklärte er, welche Schritte Start-ups gehen müssen, um in den ersten Gesundheitsmarkt zu finden, welche Regeln dabei zu beachten sind und wie die TK innovative Ideen fördert. Wer mithören wollte, musste schnell sein und sich ein paar Kopfhörer schnappen. Ohne die war im Messegetümmel kein Wort zu verstehen.

Coles Fazit: „Das Engagement der TK für Start-ups und deren manchmal unkonventionelle Ansätze für das Gesundheitswesen wird hier auf der re:publica sehr positiv wahrgenommen. Die jungen Talente kommen inzwischen immer häufiger auf uns zu auf ihrer Suche nach Gesprächs- und Kooperationspartnern. Wir stehen für Innovation im Gesundheitswesen, sind ansprechbar und helfen dabei, gute Ideen schneller in die Versorgungsrealität zu bringen.“

Digital ist gut, Vertrauen ist besser

Egal ob Start-up oder Großkonzern – Digitalisierung ist Chefsache! Diesem Motto widmete sich am letzten Tag der re:publica auch Matthias Hartmann, DACH-Chef bei IBM. Er sprach über die Konsequenzen der digitalen Transformation in der Arbeitswelt. Sein Rezept, um den Wirtschaftsstandort Deutschland auch digital zu stärken: Vertrauen in Menschen und Technologie.

Titelfoto: Gregor Fischer/re:publica


Weiterlesen:

#Patientenpower auf der re:publica 2018 – Diskussion mit Dr. Jens Baas

Wo informieren sich die Menschen zu Gesundheitsthemen? Studienergebnisse zur digitalen Gesundheitskompetenz

Nicht nur irgendeine neue schöne App – Matthias Hartmann, DACH-Chef bei IBM, zum Start der elektronischen Gesundheitsakte „TK-Safe“

Ein Kommentar

  1. cjay1981
    cjay1981
    11.05.2018
    cjay1981 11.05.2018
    Die Digitalisierung ist ein großes gesellschaftliches Thema und geht weit über den Rahmen der technischen Möglichkeiten hinaus. Ich kann hierzu das neue Buch von Richard David Precht empfehlen. Dr. Baas geht mit der TK zeitgemäß den richtigen Weg in Richtung Zukunft. Ich hoffe, dass es die Politik auch tun wird.
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