Laura Hassinger

CEBIT 2018: IT, die bewegt

In der digitalen Lebenswelt spielt nicht nur die Vernetzung zum Datenaustausch eine entscheidende Rolle. Auch materielle Güter und Personen wollen möglichst smart von A nach B kommen. Gerade auf einem weitläufigen Gelände wie dem der CEBIT in Hannover gibt es große Distanzen zu überwinden – und vielfältige Mittel der Fortbewegung zu bestaunen. Ein Tag auf der weltweit größten Messe für Informationstechnik.

Mein Messetag beginnt mit einem Fußweg über die Rollsteige, die den Bahnhof Laatzen mit dem ehemaligen EXPO-Gelände verbinden. Ähnlich wie am Flughafen können es die Leute auch hier kaum erwarten, mit ihren Rollkoffern und Aktentaschen als Erste das Ziel zu erreichen. Empfangen werden wir am Eingang von den aufmunternden Stücken einer Trompeterin, die zum fröhlichen Messegetümmel bläst.

Mobilität von morgen

Bereit zum Abheben: der Volocopter 2X

Plötzlich stehe ich vor einem strahlend weißen Lufttaxi auf Kufen. Volocopter 2X heißt der voll-elektrische, autonome Senkrechtstarter, der Platz für zwei Personen bietet. Fliegen darf er in Deutschland allerdings noch nicht, es fehlt die rechtliche Genehmigung.

Stattdessen sehe ich in der Halle einige Teilnehmer auf E-Bikes oder E-Boards durch die Gänge flitzen. Ich folge ihnen zur nächsten Halle.

Das Team der Landesvertretung MV auf der CEBIT 2018.

Hinter einem autonom fahrenden Forschungskatamaran samt Tauchdrohne vom Fraunhofer-Institut entdecke ich den Stand des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Hier treffe ich die Kollegen aus der TK-Landesvertretung. Sie stellen die vom Innovationsfonds geförderten Projekte TeleDermatologie und HerzEffekt MV vor. Beide setzen dort an, wo es an Mobilität und Vernetzung noch hapert, nämlich bei der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.

Rund um den Stand herrscht ein buntes Treiben. Start-ups aus der Region nutzen die Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und vor Investoren ihre Ideen und Geschäftsmodelle zu pitchen.

Surfen auf dem Messegelände – nicht nur im WLAN

Weiter geht es für mich auf den d!campus im Innenhof der Messehallen. Hier laden Liegestühle und Kickertische zum Entspannen ein. Ein Kart mit Elektromotor fährt lautlos an mir vorbei und auf der mobilen Surfwelle versuchen sich mutige Messebesucher auf dem Board. Andere dagegen bewegen sich lieber in die Höhe als in die Ferne. Der Expresslift auf den Hermesturm, das SAP-Riesenrad oder der IBM Cloud-Lifter (siehe Titelbild) machen es möglich.

Neuer Schwung auch im Gesundheitswesen

Ich behalte lieber festen Boden unter den Füßen und laufe einigen bunten E-Bikes über das Gelände nach. In einem kleinen Glaskasten findet gerade ein angeregtes Gespräch statt. Es handelt sich um das Live-Studio, in dem IBM’ler mit Experten aus diversen Branchen aktuelle Produkte und Ideen diskutieren. Am dritten Messetag war auch TK-Chef Dr. Jens Baas hier zu Gast und stellte mit Matthias Hartmann, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von IBM Deutschland, das gemeinsame Projekt elektronische Gesundheitsakte vor.

Kurz danach ging es für unseren Vorstandsvorsitzenden in die anliegende Halle 26. Roboter, Drohnen, Virtual Reality-Anwendungen – hier ist die Zukunft zuhause. Auf der Expert Stage teilen Unternehmer und kreative Köpfe ihre Visionen für die digitale Lebenswelt von morgen – d!talk eben. Am Mittwoch drehte sich dort alles um das Gesundheitswesen. „Die Techniker“ unter den Krankenkassen durfte natürlich nicht fehlen – und stellte „Die elektronische Gesundheitsakte als Core der digitalen Vernetzung“ zur Diskussion.

Dr. Jens Baas und Siegmar Nesch beim d!talk auf der CEBIT 2018

Neben der Gesundheitsakte TK-Safe und dem Gesundheitsnetzwerk der AOK Nordost hatten kürzlich auch andere Krankenkassen bekanntgegeben, ihren Versicherten eine elektronische Gesundheitsakte anbieten zu wollen. Baas begrüßte die Initiativen und nutzte den Anlass, sich gemeinsam mit dem ebenfalls anwesenden stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der AOK Baden-Württemberg, Siegmar Nesch, für eine Standardisierung der Gesundheitsakten auszusprechen. Nur so sei gewährleistet, dass die unterschiedlichen Lösungen der Krankenkassen miteinander kompatibel sind und sich keine Insellösungen etablieren.

„Es ist gut, dass Krankenkassen hier die Führungsposition übernommen haben und das Thema Gesundheitsakte voranbringen.“

Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK

Fortschrittsgedanken in Festival-Atmosphäre

Voranbringen ist auch das Stichwort in Halle 25, wo sich alles um die Mobilität der Zukunft dreht. Das Auto präsentiert sich hier nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern auch als Datenlieferant, Schaltzentrale und Ort der guten Unterhaltung. Auch für Pendler gibt es was zu gucken: Im Zug der Zukunft laden visionäre Module ein zu Fitness, Entspannung und Essenspause.

Nur echte Mahlzeiten werden im ausgestellten Wagon noch nicht serviert, weshalb ich meinen Weg weiter fortsetze und mich an einem der zahlreichen Food Trucks auf dem Campus anstelle. Der abschließende Blick in die Runde zeigt ein buntes Publikum. Jan Delay hatte Unrecht, als er bei seinem Konzert am Mittwochabend meinte, hier wären nur Computernerds. Auch Surferboys und -girls, Drohnenpiloten und Rollerfahrer sind unterwegs auf der CEBIT – und machen die Messe zu einem dynamischen Ort des Ideenaustauschs. Ganz nach dem TK-Motto „Fortschritt leben“. Denn wie es mein Kollege aus der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern so schön zusammenfasste: Fortschritt leben heißt sich fortbewegen – ebenso körperlich wie im Denken und Handeln.

e.GO Kart mit Pedelec-Motor, unterwegs auf der CEBIT

Fotos IBM Cloud-Lifter, Volocopter, e.GO Kart: Deutsche Messe
Fotos TK-Stand, d!talk: Laura Hassinger


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