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„Yes, we care!“ – Pflege neu gedacht

01.10.2018

Beim Young Economic Summit erarbeiten Schüler gemeinsam mit Wirtschaftsexperten innovative Lösungen für unsere Gesellschaft. Eines der Projekte ist „Yes, we care!“ – eine Online-Plattform, die Jung und Alt miteinander vernetzt.

Schon im Hof der Bucerius Law School in Hamburg künden bunte Plakate und laute Pop-Musik vom Innovationsgeist, der hier gefördert werden soll. Schüler aus ganz Deutschland sind für zwei Tage zu einem Wirtschaftsgipfel der nächsten Generation zusammengekommen.

Pflege geht alle an

Die Themen reichen von Umweltschutz über Internethandel bis hin zu Pflege. Letzteres ist natürlich besonders interessant für die TK, die sich mit der Zukunft der Pflegeversicherung auseinandersetzt.

Das Thema Pflege beschäftigt die Menschen in Deutschland. Nicht zuletzt, weil Angehörige den Großteil der Pflege schultern und häufig immensen Belastungen ausgesetzt sind. Welche Sorgen und Ängste, aber auch Wünsche die Menschen bei der Pflege bewegen, hat die TK mit ihrem Meinungspuls 2018 herausgefunden.

Rund 21,5 Prozent der deutschen Bevölkerung sind 65 Jahre oder älter. Je weniger die älteren Menschen am sozialen Geschehen teilhaben, desto häufiger treten Depressionen und körperliche Beschwerden auf, sodass sie Pflegeleistungen beanspruchen müssen.

Spaziergänge oder „Mensch ärgere dich nicht“

So weit sollte es gar nicht erst kommen, dachten sich Schüler der Gesamtschule Waldbröl. Sie entwickelten eine Art Kontaktbörse für generationsübergreifenden Austausch, für soziales Engagement, für Altenpflege – und gegen Einsamkeit. Zielgruppe sind Senioren und engagierte Schüler, die ihre Zeit anbieten: für kleine Hilfen im Alltag, gemeinsame Einkäufe, Spaziergänge oder eine Partie „Mensch ärgere dich nicht“.

Online-Portal vernetzt Teilnehmer

Schüler stellen ihr Pflege-Projekt vor

Was schon ein bisschen geteilte Zeit ausmachen kann, weiß das Waldbröler Schulteam aus eigener Erfahrung. Mitgründer Daniel berichtet: „Ich habe einen Schülerjob in einem Fastfood-Restaurant, und die älteren Kunden dort könnten stundenlang erzählen. Oft denke ich, ihnen fehlt zuhause einfach jemand, der zuhört.“

Auf dem Online-Portal von „Yes, we care!“ können sich Hilfesuchende und -gebende künftig anmelden. Nachdem das Team ihre Angaben geprüft und Kennenlern-Gespräche geführt hat, sucht es zusammenpassende Partner.

Punktekonto für gute Taten

Auf dem Podium präsentieren die Schüler selbstbewusst das „Yes, we care“-Konzept. Für jede ehrenamtliche Tätigkeit sammeln die Teilnehmer Punkte, die sie später in Rabatte für Bustickets, Museumsbesuche oder Fitnessstudios umwandeln können. So sollen auch die Helfer von ihrem sozialen Engagement profitieren.

„We want to improve the German healthcare system.“

Experten Karsten Schmidt und Juliane Zielonka stellen Fragen

Eine große Vision, mit der die Schüler angetreten sind. Ob das mit ihrem Projekt gelingt? Vor allem bei der „Vergütung“ ehrenamtlicher Arbeit hat Karsten Schmidt von der Universität Roskilde Bedenken.

Unklar ist auch, wie ältere Menschen erreicht werden können, denen technische Ausstattung oder Affinität fehlen, um das Online-Portal zu nutzen. Punkte, an denen das Schulteam noch tüfteln muss.

Entwicklungsprozess geht weiter

Für den Sieg im Bundesfinale hat es am Ende nicht ganz gereicht, Team Waldbröl erhält den dritten Platz. Viele Denkansätze und Kontakte mit Experten nehmen die Schüler dennoch mit.

Start-up-Expertin Juliane Zielonka aus dem Digital Office der TK betont:

„Es ist großartig zu sehen, dass sich junge Menschen wie ihr an die Herausforderungen unseres Gesundheitssystems wagen, Ideen entwickeln und diskutieren.“


Der YES! – Young Economic Summit ist einer der größten Schülerwettbewerbe rund um wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen.  Organisiert wird er vom Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und der Joachim Herz Stiftung unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.


Fotos: ©ZBW

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