Elke Proffen

Sonderpreis Gesundheit für smarte Wohnideen

Bereits zum vierten Mal hat die TK in Sachsen-Anhalt den Demografie-Sonderpreis Gesundheit ausgelobt. In diesem Jahr ging er an drei junge Leute aus Halle/Saale und ihre Vision für die digitalgestützte Pflege.

Durchschnittlich 48 Jahre alt sind die Einwohner Sachsen-Anhalts. Damit haben sie den höchsten Altersdurchschnitt aller Bundesländer. Kein Wunder also, dass die Themen Demografie und Pflege zwischen Harz und Havel eine besondere Rolle spielen. Seit 2013 vergibt das Land den Demografiepreis an beispielhafte Initiativen.

v.l.n.r.: Judith Wiedemann, Maximilian Appel und Dagmar Kleemann von der Realisierer GmbH mit Steffi Suchant, TK-Landesvertretungsleiterin Sachsen-Anhalt

Mehr als 200 Bewerber für den Demografiepreis

Jurymitglied Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt, oblag sogar doppelt die Qual der Wahl aus über 200 eingereichten Projekten. Schließlich hatte die TK zum wiederholten Male einen Sonderpreis Gesundheit ausgelobt. „Die Tatsache, dass das Thema Gesundheit in so vielen Projekten eine herausragende Rolle spielte, hat uns vor mittlerweile vier Jahren dazu bewogen, hier eine besondere Würdigung vorzunehmen“, so Suchant.

Innerhalb weniger Monate erste Ideen umgesetzt

Der Wasserhahn leuchtet blau für kaltes, grün für warmes und rot für heißes Wasser.

In diesem Jahr konnten sich über die Ehrung drei engagierte junge Hallenser freuen. Mit ihrer Firma Realisierer GmbH wollen sie älteren und pflegebedürftigen Menschen helfen, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Kurz gesagt: „länger selbstständig – länger glücklich“.

Dazu zählt auch, sich selbstständig Mahlzeiten und Getränke zuzubereiten. Innerhalb weniger Monate setzten Judith Wiedemann, Dagmar Kleemann und Maximilian Appel erste Ideen einer digitalisierten Küche um. Gemeinsam mit Informatik-Studenten der Martin-Luther-Universität Halle entwickelten sie beispielsweise einen Wasserhahn mit Farb-System. Blau signalisiert kaltes Wasser, rot heißes. So sollen Verbrühungen vermieden werden.

Wir nehmen ein fertiges Produkt und entwickeln neue Funktionen, um barrierefreies und altersgerechtes Wohnen zu realisieren.

Judith Wiedemann, Geschäftsführerin Realisierer GmbH

Smart-Home-Lösungen können Pflegende entlasten

Positiver Nebeneffekt: Die kreative Zusammenarbeit mit der Uni Halle dürfte dem einen oder anderen Studierenden ganz nebenbei eine neue berufliche Perspektive eröffnet haben. Denn die Verbindung von Informatik und Pflege bietet angesichts des demografischen Wandels nicht nur in Sachsen-Anhalt viele neue berufliche Chancen.

Schließlich können digitale Angebote aus Sicht der TK die Autonomie im eigenen Heim unterstützen, und Pflegende sowohl im ambulanten und häuslichen, als auch im stationären Bereich entlasten. Bislang werden solche Smart-Home-Lösungen noch nicht im Leistungskatalog der Pflegversicherung berücksichtigt. Die TK plädiert allerdings dafür, das zu ändern.

Titelfoto und Foto Wasserhahn: Realisierer GmbH


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