Natalie Hahn

Social-Media-Report: Jugend zwischen Like und Limit

Soziale Medien haben ihre Licht- und Schattenseiten. Deshalb debattiert Deutschland auch über ein mögliches Verbot für Jugendliche. Doch was sagen Jugendliche selbst dazu? Antworten liefert der neue Social-Media-Report der TK.

Klar ist: Soziale Medien sind aus dem Alltag von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Sie bieten Unterhaltung und Vernetzung aber auch Fake News oder Raum für Cybermobbing. Fragt man die Jugendlichen selbst, sagen 80 Prozent der befragten 12- bis 17-Jährigen, dass ihnen Social Media gut oder eher guttut.

Wofür Jugendliche Social Media am meisten nutzen

Die meisten von ihnen nutzen Social Media, um Spaß zu haben (77 Prozent) oder zum Chillen und als Zeitvertreib bei Langeweile (75 Prozent). Auch beliebt sind die sozialen Plattformen, um mit Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben (64 Prozent).

Über die Studie

Für die Online-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut eye square im April und Mai 2026 bundesweit insgesamt 1.400 Personen im Alter von 12 bis 17 Jahren befragt. Die Stichprobe entspricht einem repräsentativen Abbild dieser Altersgruppe in Deutschland. Den komplette Social-Media-Report gibt es hier.

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen für ein Social-Media-Verbot

Umso überraschender ist, dass mehr als die Hälfte der Befragten für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche sind (55 Prozent). Sie sprechen sich im Schnitt für eine Altersgrenze von 14 Jahren aus. Acht Prozent der Befragten sind sogar für ein generelles Verbot für Minderjährige.

Social Media wird von den Jugendlichen also auch kritisch gesehen. Am häufigsten werden dabei diese Punkte als störend genannt:

  • zu viel Werbung (57 Prozent)
  • Fake News (52 Prozent)
  • dass sie sich zu lange in Social Media verlieren (36 Prozent)

Auswirkungen von Social Media auf Gefühle

Eine aktuelle Metastudie aus dem Jahr 2025 gibt Hinweise darauf, dass besonders die intensive Nutzung von Social Media negative Auswirkungen auf das mentale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen haben kann. Auch die Ergebnisse des Social-Media-Reports weisen in dieselbe Richtung: Knapp die Hälfte der Jugendlichen, die pro Tag vier oder mehr Stunden Social Media nutzen, geben an, oft oder ständig schlechte Laune zu haben. Bei denjenigen, die ein bis zwei Stunden pro Tag Social Media nutzen, ist es nur jede oder jeder Fünfte. Ähnlich deutliche Unterschiede gibt es bei Gefühlen wie Unsicherheit und Zweifel oder Unzufriedenheit mit sich selbst.

Körperliche Beschwerden durch Social Media 

Neben negativen Gefühlen treten auch körperliche Beschwerden bei langem Social-Media-Konsum häufiger auf. So berichten Jugendliche, die vier oder mehr Stunden täglich auf Social Media sind, häufiger von Schlafproblemen, Kopfschmerzen oder Muskelverspannungen als diejenigen, die täglich ein bis zwei Stunden Social Media nutzen. 

Was Jugendliche für einen gesunden Umgang tun und sich wünschen

Einige haben bereits erkannt, dass ein bewusster Umgang mit Social Media einen Unterschied machen kann. Und sie haben durchaus eigene Wege gefunden, um die eigene Nutzung bewusster zu gestalten, zum Beispiel durch handyfreie Zeiten (26 Prozent) oder das Abschalten von Benachrichtigungen (28 Prozent).

Darüber hinaus wünschen sie sich aber auch mehr Unterstützung. Zum Beispiel in Form von Lernvideos auf den Plattformen zu möglichen Gefahren (48 Prozent), Ansprechpersonen in der Schule (46 Prozent) oder auch durch Gespräche mit den Eltern (43 Prozent). 

Angebote der TK

Medienkompetenz ist ein Schlüssel, um reflektiert und selbstbestimmt mit den vielen Herausforderungen der digitalen Welt umzugehen. Deshalb bietet die TK ein sehr großes Angebot an Projekten zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen und beraten zudem Kitas, Schulen und Eltern, wie zum Beispiel Gemeinsam Klasse sein, Law4school, IPSY (Suchtprävention ab Klasse 5) oder Mental².

Des Weiteren beteiligt sich die TK fachlich und inhaltlich an der Kampagne der Bundesschüler:innenkonferenz „Uns geht’s gut!“, zur Stärkung der mentalen Gesundheit von Schülerinnen und Schülern. Darüber hinaus fördert die TK auch qualitätsgeprüfte Angebote wie zum Beispiel Workshops für Schulen der Online Beratungsstelle  Juuuport oder die jährliche Bundesjugendkonferenz Medien in Rostock.



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