Johanna Küther

Mit „Aumio“ durchs Weltall der Gefühle

Seit Kurzem erweitert die App „Aumio“ das Präventionsportfolio für Familien und Kinder bei der TK. Im Interview erklärt Dr. David Surges, Psychologe im TK-Gesundheitsmanagement, was das Besondere an dem Angebot ist.

Mit der App „Aumio“ hat die TK seit Kurzem einen neuen Kooperationspartner für digitale Prävention. Was ist das Konzept hinter der App?

„Aumio“ ist eine Meditations- und Entspannungs-App für Familien und Kinder. Einige Inhalte sind für die gesamte Familie konzipiert, andere richten sich speziell an Kinder. Damit ist Aumio eines der wenigen Angebote, das konsequent auf die Bedürfnisse von Kindern ausgelegt ist. Die Inhalte sind spielerisch aufbereitet, die App ist farbenfroh gestaltet und erreicht so Kinder ab sechs Jahren. Aumio bietet Meditationen, Entspannungsübungen und Einschlafgeschichten und hilft Kindern so ihre mentale Gesundheit zu stärken. Ein großes Thema ist der Umgang mit Emotionen. Darüber hinaus regen Yoga-Übungen zur Bewegung und bewussten Atmung an und Traumreisen-Hörspiele unterstützen beim Einschlafen. Besonders wichtig war dem Entwickler-Team der Datenschutz; hier gelten besonders hohe Standards: So werden keine Daten zentral gespeichert und die Inhalte sind auch offline verfügbar.

Dr. David Surges ist Psychologe im Gesundheitsmanagement bei der TK.

Meditieren und Achtsamkeit für Kinder, funktioniert das?

Grundsätzlich kann jeder Mensch meditieren und Achtsamkeit üben – unabhängig vom Alter. In der Achtsamkeit geht es ja darum, im Hier und Jetzt zu sein und wahrzunehmen was ist. Das lässt sich erlernen. Wichtig bei Angeboten für Kinder ist natürlich, dass diese kindgerecht aufbereitet sind. In diesem Fall können Kinder das Weltraumwesen Aumio bei seiner Reise durch das Universum begleiten. Dabei besuchen sie zum Beispiel gemeinsam die vulkanische Feuergalaxie und üben den Umgang mit dem Gefühl Wut am Beispiel eines Vulkanausbruchs.

Einschlafgeschichten sind nur ein Teil des Angebots von Aumio. Foto: Thorsten Wulff

Die App hilft beim Umgang mit Stress und Schlafproblemen. Ist das bei Kindern überhaupt Thema?

Klassischerweise verbindet man Stress mit dem Arbeitsstress, den Erwachsene kennen. Anhand von Studien sehen wir aber auch, dass insbesondere Kinder und Jugendliche sich momentan durch die Coronapandemie stark belastet fühlen. Und letztendlich ist Stress die Reaktion auf äußere Stressoren. Wie diese aussieht, ist so individuell, wie wir Menschen. Das kann eine subjektiv empfundene Überforderung sein oder die Angst vor der Schule. Anders als wir Erwachsenen haben Kinder aber noch keinen adäquaten Umgang mit diesen Überforderungen gelernt. Das ist ein zentraler Schritt in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Deshalb ist es so wichtig, dass es präventive Angebote gibt, die sich an Kinder und Familien richten. Prävention ist aus entwicklungspsychologischer Perspektive auch wichtig, um mögliche längerfristige Folgen für die psychische Gesundheit reduzieren zu können.

Eltern sollten achtsam für die Gesundheit ihrer Kinder sein. Das gilt nicht nur für den Schnupfen oder den verstauchten Knöchel, sondern auch für die mentale Gesundheit.

Haben Sie Tipps, wie Eltern die mentale Gesundheit ihrer Kinder zusätzlich zur digitalen Prävention stärken können?

Eltern sollten achtsam für die Gesundheit ihrer Kinder sein. Das gilt nicht nur für den Schnupfen oder den verstauchten Knöchel, sondern auch für die mentale Gesundheit. Da Kindern oft noch die Fähigkeit fehlt, auszudrücken, dass sie sich gestresst fühlen, können Rückzug, Schlafprobleme aber auch Wutausbrüche die Folge sein. Solche kompensatorischen Reaktionen sollten Eltern genau beobachten und das Gespräch suchen. Es ist sehr wichtig, Kinder mit dieser Belastung nicht alleine zu lassen. Genauso wichtig ist es auch, sich bei schweren Fällen ärztliche Unterstützung zu holen.


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