Lara Przybylski

Innovationsprojekt unterstützt die psychische Gesundheit von Schüler:innen

Im Herbst ist die Versorgung im Hamburger Innovationsfondsprojekt „DreiFürEins“ gestartet, das zum Ziel hat, Kindern und Jugendlichen mit psychischen Verhaltensstörungen zu helfen. Die TK unterstützt das Angebot und leitet das Projekt. Als TK-Werkstudentin habe ich einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

Eine Langzeitstudie des Robert-Koch-Instituts belegt, dass zehn bis zwanzig Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland psychisch auffällig sind (KIGGS-Studie). Die Ergebnisse der sogenannten COPSY-Studie des UKE lassen vermuten, dass die Zahl aufgrund der Pandemie mittlerweile auf rund 30 Prozent gestiegen sein könnte. Umso wichtiger, dass das Projekt „DreiFürEins“ nach einer intensiven Vorbereitungsphase jetzt in den Startlöchern steht. Gemeinsam möchten die Projektpartner eine gesunde Entwicklung und die Teilhabe an Bildung bei den Schülerinnen und Schülern niedrigschwellig vor Ort in den teilnehmenden Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ+T) fördern.

Zudem will „DreiFürEins“ die sektorale Trennung in der Versorgung überwinden. Hierfür haben sich drei unterschiedliche Professionen zusammengeschlossen – vertreten durch zwei Hamburger Kinder- und Jugendpsychiatrien, die Behörde für Schule und Berufsbildung in Hamburg sowie die Kinder- und Jugendhilfe. Durch die neuartige Zusammenarbeit werden bestehende Hilfsangebote besser miteinander verzahnt. Kinder und Jugendliche, die in die bestehenden Behandlungsstrukturen nicht hineinfinden, sollen durch das Projekt zum richtigen Zeitpunkt die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Zusätzlich unterstützen verschiedene Hamburger Krankenkassen – allen voran die TK in der Rolle der Projektleitung – sowie die Universität Oldenburg und die Universität Erlangen-Nürnberg das Projekt.

Hand in Hand: So arbeiten alle Projektbeteiligten von DreiFürEins zusammen, um Kinder und Jungendliche besser zu fördern und zu versorgen.

Obwohl das Projekt „DreiFürEins“ seit Februar 2020 läuft, kann die Versorgung erst jetzt starten. Ein Grund hierfür: Wie in vielen anderen Institutionen hat die Pandemie gerade auch an den Schulen das Leben und den Alltag auf den Kopf gestellt und vorübergehend zum Erliegen gebracht. So entschieden sich die Verantwortlichen, den Start zu verschieben. Schließlich ist ein Projekt zur Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Schulkontext vor dem Hintergrund geschlossener Schulen kaum umsetzbar.

Hinter den Kulissen

Hinter so einem großen Versorgungsprojekt stecken eine Menge Arbeit und noch mehr Kommunikation. Besonders spannend für mich: die im Studium gelernten Abläufe eines Versorgungsprojekts über Bord zu werfen und stattdessen die Praxis mitzuerleben. Von der Suche geeigneter Projektpartner über Vertragsverhandlungen, der Abstimmung von Prozessabläufen bis hin zur Erarbeitung verschiedener Konzepte, beispielsweise für den Ethikantrag oder den Datenschutz. Die Aufgaben im Rahmen des Projekts sind so vielfältig wie die beteiligten Akteure. Die besondere Aufgabe der TK als Projektleitung ist es, immer wieder einen Konsens unter den Beteiligten zu finden. Nicht einfach bei elf Projektpartnern und vielen Deadlines. Neben der Unterstützung bei diesen Aufgaben darf ich mich auch kreativ einbringen und am Medienauftritt des Projekts mitarbeiten. Das ist eine tolle Chance für mich als Studentin, Praxiserfahrungen im Versorgungsmanagement zu sammeln. Und das Beste daran? In der eigenen Heimat an einer innovativen Versorgungsform für Kinder und Jugendliche mitzuwirken.

Regelversorgung vs. Innovationsfonds

Der Unterschied zwischen Regelversorgung und Innovationsfonds besteht in dem Wörtchen „innovativ“. Für Versorgungsprojekte, die vom Innovationsfonds gefördert werden sollen, gibt es ein wichtiges Förderkriterium: die Aufhebung der sektoralen Trennung im Gesundheitswesen. Für die verschiedenen Sektoren – ambulanter und stationärer Sektor, Pflege, Rehabilitation – bestehen unterschiedliche strukturelle und gesetzliche Rahmenbedingungen. Diese strikte Trennung gilt es aufzubrechen. „DreiFürEins“ erfüllt diese Merkmale und wird daher über insgesamt vier Jahren gefördert. Seit der Innovationsfonds seine Arbeit im Jahr 2016 aufgenommen hat, wurden bereits viele Versorgungsprojekte mit TK-Beteiligung gefördert. Aktuell sind es 114 Innovationsfondsprojekte – in sieben davon hat die TK die Projektleitung. Das bringt Verantwortung mit sich und jede Menge Arbeit. Deshalb gibt es ein Team im Fachbereich Versorgungsmanagement, das diese Projekte betreut – häufig in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Landesvertretungen der TK. Alle Innofondsprojekte haben das gemeinsame Ziel, in die Regelversorgung überführt zu werden und somit bundesweit allen Versicherten zur Verfügung zu stehen. Bei „DreiFürEins“ schauen wir jetzt freudig gespannt dem Versorgungsstart entgegen.


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