Es ist wie ein Sprung ins kalte Wasser: Auf den neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann warten in den ersten Monaten im neuen Amt gleich mehrere Großprojekte. Neben der Pflegereform und den geplanten Strukturreformen zur Finanzierung soll es im Herbst auch einen ersten Gesetzentwurf für ein Primärversorgungssystem geben.
Hin zum digitalen Ökosystem
Die Reform soll endlich mehr Orientierung im komplexen Gesundheitssystem bieten und klare Anlaufstellen schaffen. Digitalisierung soll dabei eine Schlüsselrolle spielen. Nicht zuletzt in ihrer Digitalisierungsstrategie hat sich die Bundesregierung vorgenommen, das Gesundheitssystem in den nächsten Jahren zu einem digital gestützten Ökosystem weiterzuentwickeln. Der Plan soll helfen, Ineffizienzen im System zu reduzieren und Überlastung zu vermeiden – auch in den Arztpraxen.
Wie sinnvolle digitale Lösungen aussehen können, zeigt die TK-Doc-App. Damit haben TK-Versicherte ihren persönlichen Lotsen durchs Gesundheitswesen immer dabei. Drei Beispiele machen deutlich, wie die App bereits heute mehr Orientierung bietet und den Zugang zu geeigneten Versorgungsangeboten erleichtert.
1. Niedrigschwellige Unterstützung bei medizinischen Fragen
Gesundheit ist komplex. Oft hat man auch im Alltag Fragen zur eigenen Gesundheit – unabhängig von einer akuten Krankheitssituation. Anstatt dann einen KI-Chatbot oder Dr. Google zu fragen, stehen im TK-Ärztezentrum 2.000 Ärztinnen und Ärzte aus unterschiedlichen Fachgebieten zur Verfügung. Mit der TK-Doc App können Versicherte sich jederzeit ärztlichen Rat holen. Das Ärzteteam in TK-Doc ist rund um die Uhr per Telefon oder Live-Chat erreichbar. Allein im Jahr 2025 gab es so fast 170.000 medizinische Beratungen.
2. Mit einer kleinen Erkältung in die Arztpraxis?
Fast jede und jeder kennt es: Es ist Erkältungssaison und morgens nach dem Aufstehen melden sich der Husten und der Schnupfen. So zur Arbeit gehen? Keine gute Idee. Also für eine kurze Krankschreibung in die Hausarztpraxis gehen und lange im verschnupften Wartezimmer sitzen? Die Onlinesprechstunde in der TK-Doc App kann eine gute Alternative sein. Hier gibt es eine fundierte Diagnose, konkrete Therapieempfehlungen und bei Bedarf auch notwendige Rezepte oder Krankschreibungen. Über 100.000 Video-Sprechstunden über die TK-Doc App gab es im vergangenen Jahr.
3. Hilfe bei der Terminsuche
Mehr als die Hälfte der gesetzlich Versicherten muss länger als vier Wochen auf einen Termin bei einer Fachärztin oder einem Facharzt warten. Dieses Kernproblem im aktuellen System muss das geplante Primärversorgungssystem angehen. Bis es so weit ist, kann der TK-TerminService helfen, einen Termin zu finden. 184.000-mal haben sich Versicherte 2025 hier Unterstützung bei der Terminsuche geholt.
Der KI-Assistent in der TK-Doc App
Der KI-Assistent als Lotse
Und auch innerhalb der TK-Doc App startet jetzt mit dem KI-Assistenten ein Lotse, der Orientierung bietet und die Navigation durch die verschiedenen Angebote erleichtert. In einem einfachen Dialog können Versicherte ihr Anliegen schildern und gemeinsam mit dem Assistenten das passende Angebot in der App finden. Anders als bei anderen KI-Angeboten wird die medizinische Beratung weiterhin dem medizinischen Fachpersonal überlassen und personenbezogene Daten weder gespeichert noch weitergegeben.
Seit Ende Juli wird der Assistent schrittweise ausgerollt, sodass er immer mehr Versicherten zur Verfügung steht. Mitte August konnten bereits 20 Prozent der App-User auf den KI-Assistenten zugreifen. In den nächsten Wochen wird der Anteil immer weiter steigen. Im Herbst soll die Funktion dann für alle verfügbar sein.
TK-Doc App - Die smarte Online-Sprechstunde
Die TK-Doc App bietet digitale medizinische Beratung und Behandlung rund um die Uhr. Erhalten Sie sichere Diagnosen, digitale Rezepte und online Krankschreibungen sofort per Smartphone und ganz ohne Anfahrt oder Wartezimmer. Alle Infos hier.
Primärversorgung: digital vor ambulant vor stationär
Die guten Ansätze sind also da. Und sie helfen Versicherten schon heute, sich im komplexen Gesundheitssystem zurecht zu finden. Grundsätzliche politische Reformen sind trotzdem unumgänglich. Das geplante Primärversorgungssystem muss genau bei dieser Komplexität ansetzen und klare Wege in und durch das Gesundheitssystem schaffen. Das Prinzip muss aus Sicht der TK „digital vor ambulant vor stationär“ lauten.
Wesentliche Bausteine müssen eine digital gestützte medizinische Ersteinschätzung und eine zentrale Terminplattform sein. Die Ersteinschätzung ist dabei der Wegweiser, der Hilfesuchenden Orientierung im Gesundheitssystem geben soll: Ist das Anliegen ein Fall für die Videosprechstunde, den Haus- oder Facharzt oder sogar die Notaufnahme? Die einheitliche digitale Terminplattform soll sicherstellen, dass die Termine ausschließlich nach medizinischer Dringlichkeit vergeben werden. Bis es so weit ist und die Politik mit einer großen Reform die Lage verbessert, können sich TK-Versicherte in der TK-Doc App Unterstützung holen – und die Gesundheitspolitik vielleicht die eine oder andere Idee für das große Reformpaket.
Zukunft der ambulanten Versorgung
Viele Behandlungspfade folgen nicht konsequent dem Motto „zur richtigen Zeit zum richtigen Arzt“, sondern historischen Mustern, Desorganisation, Vergütungsanreizen oder dem Zufallsprinzip. Deshalb setzt sich die TK in der Politik für klare Wege in und durch das Gesundheitssystem ein. Mehr zum Thema gibt es hier.