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Digitale Lösungen gewinnen beim Health-i Award 2016

11.11.2016

Rund 200 Gäste verfolgten gestern im Berliner Umspannwerk Kreuzberg in entspannter Atmosphäre die Preisverleihung, mit der der erste Health-i Award des Handelsblatts und der Techniker zu Ende ging. In den Kategorien Start-up, Studenten und Unternehmen wurden die Gewinner aus 177 Einsendungen gekürt.

- Verleihung des Health-i Award von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse in Berlin am 10.11.2016 . . NO MODEL RELEASE [copyright by: Marc-Steffen Unger Tel: 01715353875 Kto.Nr.: 26432245 BLZ: 37050198 S t a d t s p a r k a s s e K o e l n ] [#0,26,121#]

Diagnostik in Hochgeschwindigkeit: SpinDiag

Dr. Daniel Mark gewann den Preis in der Kategorie ‚Studenten’. In Deutschland infizieren sich jährlich etwa 500.000 Menschen mit Krankenhauskeimen. Das System SpinDiag ermöglicht es dem Arzt, innerhalb von 30 Minuten festzustellen, ob ein Patient mit resistenten Keimen infiziert ist.

Klassische Testverfahren benötigen hierfür mehrere Tage. SpinDiag soll durch seinen Schnelltest dazu beitragen, Leben zu retten und Kosten zu senken.

Im Bett mit dem Sensor

Mit dem kontaktfreien Sensor SE 80 machte Beurer in der Kategorie ‚Unternehmen’ das Rennen.  SE 80 misst den Schlaf sehr präzise. Aus den generierten Vitalparametern leitet der unter der Matratze platzierte Sensor Schlafphasen ab und ermöglicht so genaue Erkenntnisse über das eigene Schlafverhalten. So erlaubt er Rückschlüsse auf mögliche Ursachen für Schlafstörungen.

„Zum Schlafen zwingen können wir uns nicht, aber wir können den Schlaf analysieren und daraus lernen“, so Preisträger Georg Walkenbach.

Kiddo-Kat: aus der S-Bahn auf die digitale Bühne

Passend zur Preisverleihung, die ganz im Zeichen des digitalen Fortschritts stand, heizte Anna Guder, bekannter als Kiddo Kat, dem Publikum ein. Gemeinsam mit einer befreundeten Musikerin hatte sie im Sommer in der Berliner S-Bahn spontan den Song ‚Kiss’ von Prince gesungen, wodurch sie über Nacht bekannt wurde.

Showact Kiddo-Kat bei der Verleihung des Health-i Award von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse (Photo Credits_ Marc-Steffen Unger)
Showact Kiddo-Kat bei der Verleihung des Health-i Award von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse (Photo Credits_ Marc-Steffen Unger)

Eins, zwei oder drei? Live Pitch vor den Gästen

Spannend wurde es, als die rund 200 Gäste der Veranstaltung live den Sieger der Kategorie ‚Start-up’ wählten. 113 Bewerbungen hatte es gegeben. Drei davon schafften es in die Shortlist und die Bewerber pitchten ihre Ideen auf der Bühne.

Die Juroren fuer den Startup Pitch: Juliane Zielonka Startupbootcamp Digital Health Accelerator , Marco Winzer Hightech Gründerfond , Jens Baas TK und Sven Afhueppe HB - Verleihung des Health-i Award von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse in Berlin am 10.11.2016 . . NO MODEL RELEASE [copyright by: Marc-Steffen Unger Tel: 01715353875 Kto.Nr.: 26432245 BLZ: 37050198 S t a d t s p a r k a s s e K o e l n ] [#0,26,121#]
Die Juroren  Marco Winzer, Jens Baas, Juliane Zielonka und Sven Afhüppe hatten sichtlich Spaß beim Start-up Pitch.

In nur drei Minuten stellten die Nominierten ihre Konzepte vor; für die Beantwortung der Juryfragen zählte die Uhr 30 Sekunden runter. Dann wurde gnadenlos ausgebremst.

Die Diabetes-App mySugr

Den Start beim Pitch machte die App ‚mySugr’. Gut zwei der sechs Millionen an Diabetes Erkrankten in Deutschland müssen sich einer Insulintherapie unterziehen. Die Anwendung kann Patienten beim Selbstmanagement unterstützen und ihnen in der Zeit zwischen den Arztbesuchen helfen.

Die Macher der App setzen auf ein permanentes Screening der individuellen Daten des Patienten: Die Kohlenhydrate der Mahlzeiten werden ebenso getrackt wie der Blutzuckerwert und der Insulineinheiten. Hat ein Patient nach dem Essen einen erhöhten Blutzuckerspiegel, spielt die App educational content an ihn aus. So wird der Patient immer mehr zum Experten seiner eigenen Krankheit.

In die Entwicklung sind die unterschiedlichsten Kompetenzen eingeflossen, auch die persönlichen Erfahrungen des an Diabetes Typ 1 erkrankten Geschäftsführers Frank Westermann wurden berücksichtigt.

Training für die grauen Zellen – NeuroNation

Die Entwickler von NeuroNation setzen auf Gehirntraining mit Spaß. Das „Fitnessstudio für den Kopf“ trainiert das Gedächtnis und wird zum Beispiel eingesetzt, um Krebspatienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, oder Schlaganfallpatienten zu unterstützen. Auch der Demenz sagen die Entwickler den Kampf an.

An der Entwicklung der vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützen Anwendung waren auch Partner wie die Berliner Charité und die University of Sydney sowie die Freie Universität Berlin beteiligt.

Viomedo ermöglicht Patienten Zugang zu klinischen Studien

Viomedo bringt Patienten und Forschung zusammen. Hier werden Informationen zu klinischen Studien, die noch Patienten aufnehmen, in leicht verständlicher Form zur Verfügung gestellt.

Verschiedene Algorithmen helfen dem Patienten, den Weg zu für ihn passenden Studienergebnissen zu finden. Für Patienten ist die Nutzung von Vimeo kostenlos.

And the winner is…

Daniel Cronin - Verleihung des Health-i Award von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse in Berlin am 10.11.2016 . . NO MODEL RELEASE [copyright by: Marc-Steffen Unger Tel: 01715353875 Kto.Nr.: 26432245 BLZ: 37050198 S t a d t s p a r k a s s e K o e l n ] [#0,26,121#]
Moderator Daniel Cronin ruft zum Voting auf.

Nach dem Pitch fiel die Entscheidung schwer. Doch innerhalb von drei Minuten musste eine Entscheidung her und dann stand der Gewinner fest: Viomedo gewann den Health-i Award in der Kategorie Start-up.

Xbird erhält Preis für Erfolg beim Innovationstag

Neben den Gewinnern aus den drei Kategorien, wurde eine weitere Idee ausgezeichnet: TK-Vorstand Thomas Ballast überreichte Xbird einen Preis für den Erfolg beim Innovationstag der Techniker.

Thomas Ballast , TK - Verleihung des Health-i Award von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse in Berlin am 10.11.2016 . . NO MODEL RELEASE [copyright by: Marc-Steffen Unger Tel: 01715353875 Kto.Nr.: 26432245 BLZ: 37050198 S t a d t s p a r k a s s e K o e l n ] [#0,26,121#]
TK-Vorstand Thomas Ballast mit dem Preis für Xbird (Photo Credit: Marc-Steffen Unger)

Die Anwendung Xbird erkennt anhand von Bewegungsdaten aus dem Smartphone, ob jemand Symptome einer bestimmten Krankheit aufweist. Der Nutzer wird hierüber informiert. In bestimmten Fällen wird er zum Arztbesuch aufgefordert. Mehr zu Xbird lesen Sie in diesem Artikel.

Sich die Digitalisierung zunutze machen

Der Einsatz der Techniker beim Health-i Award kommt nicht von ungefähr. Vorstand Dr. Jens Baas: „Der Alltag der meisten Menschen wird immer stärker von digitalen Lösungen bestimmt. Es ist eine logische Konsequenz, dass wir kontinuierlich auf der Suche nach Innovationen sind, die unsere Versicherten dabei unterstützen, ihr Leben auch im Gesundheitskontext bewusst und effizient zu gestalten.“

Den Genen auf der Spur: Die Persönlichkeit des Jahres

Neben den Gewinnern der drei Kategorien wurde auch der Preis für die ‚Persönlichkeit des Jahres’ vergeben. Diesen erhielt Humangenetikerin Dr. Dr. Saskia Biskup für ihr unermüdliches Engagement in der genetischen Diagnostik.

Im Erbgut jedes Menschen sind etwa drei Milliarden Positionen gespeichert. Wenn Humangenetiker versuchen, in der DNS Ursachen einer Erkrankung aufzuspüren, untersuchen sie in der Regel 25.000 Positionen. Bei seltenen Krankheit kann es nötig sein, eine deutlich höhere Anzahl zu untersuchen. DNS-Sequenzierung ist sehr teuer und aufwändig und manche Verfahren nehmen viel Zeit in Anspruch. So dauert es bei seltenen Erkrankungen schon einmal sieben Jahre, bis diese diagnostiziert werden.

Sven Afhueppe, Chefredakteur Handelsblatt und Dr. Jens Baas, Vorstand der Techniker mit der Persönlichkeit des Jahres, Dr. Dr.Saskia Biskup(Photo Credits:: Marc-Steffen Unger)
Sven Afhüppe, Chefredakteur Handelsblatt und Dr. Jens Baas, Vorstand der Techniker mit der Persönlichkeit des Jahres, Dr. Dr.Saskia Biskup (Photo Credits:: Marc-Steffen Unger)

Für ihre Arbeit hat Biskup gleich mehrere Unternehmen gegründet und das mit hohem finanziellen Risiko. Die sympathische Medizinerin trifft bei ihrer Arbeit speziell in Deutschland auf schwierige Rahmenbedingung: Obwohl die Geräte, die sie benutzt, eine schnelle und präzise Analyse erlauben, vergeht manchmal viel Zeit, bis sie über ausreichend Ergebnisse verfügt, um die Ursache einer Krankheit zu finden.

Der Grund: Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung ist vorgesehen, dass nach der Untersuchung der ersten 25.000 Positionen ein Antrag gestellt werden muss, um im nächsten Jahr weitere 25.000 Positionen zu untersuchen und so weiter. Es kann also lange dauern, bis eine seltene Erkrankung durch Abweichungen im Erbgut festgestellt werden kann.

Biskups Leidenschaft wurde greifbar als sie von einer kleinen Patientin erzählte, bei der eine Knochenmarktransplantation anberaumt war – im Alter von sechs Monaten mit einer Überlebenschance von 50 Prozent. Der Eingriff erübrigte sich, als sie mit Hilfe der von ihr angewandten Triodiagnostik herausfinden konnte, dass der Körper des kleinen Mädchens das Vitamin B12 nicht richtig verstoffwechselte. In der Triodiagnostik werden die genetischen Daten der Eltern mit denen des Kindes verglichen, um so Abweichungen zu finden.

Die Jury

177 Einsendungen hatte es in den drei Kategorien des Health-i Award gegeben. Die Jury musste in den drei Kategorien jeweils drei Finalisten auswählen.

Die Jury-Mitglieder: Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker, Sven Afhüppe, Chefredakteur des Handelsblatt, Prof. Dr. Björn Bergh, Direktor des Universitätsklinikums Heideberg, Dr. Markus Müschenich, Gründer von Flying Health, Marianne Stroehmann, Director Travel & Finance bei Google Germany, Dr. Axel Wehmeier, Sprecher der Geschäftsführung Deutsche Telekom Healthcare and Security Solutions sowie Juliane Zielonka, Managing Director Startupbootcamp Digital Health Accelerator Berlin.

Nach dem Award ist vor dem Award

Im nächsten Jahr wird die Techniker gemeinsam mit dem Handelsblatt den Health-i Award fortsetzen. „Mit der Premiere sind wir sehr zufrieden. Gerade durch die unterschiedlichen Perspektiven, die die Beteiligten mitbringen, kann es gelingen, ganzheitliche Gesundheitslösungen zu finden.“, so Dr. Jens Baas.

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