Katharina Lemke

Die digitalen Optimisten sind im Kommen!

Es ist kein Geheimnis, dass die Digitalisierung des deutschen Gesundheitssystems in vollem Gange ist. Schauen Sie sich beispielsweise einmal bei der TK um. Eine Mehrheit der Bevölkerung steht hinter der digitalen Transformation. Das ist ein Ergebnis des aktuellen TK-Meinungspuls 2017, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

66 Prozent erwarten Vorteile durch die voranschreitende Digitalisierung des Gesundheitssystems, 15 Prozent sogar große Vorteile. Interessant: Die Digital-Befürworter stehen nicht nur der Digitalisierung positiv gegenüber, sondern auch dem Gesundheitssystem selbst.

TK Meinungspuls 20147 Infografik

 Wer digital ist, ist auch optimistisch

Die 81 Prozent der digitalen Optimisten sind in anderen Fragen zum Gesundheitssystem positiver gestimmt als diejenigen, die der Digitalisierung skeptisch gegenüber stehen: So sind 38 Prozent nicht nur sehr zufrieden mit dem aktuellen Zustand des Gesundheitssystems (zum Vergleich: Gerade mal 19 Prozent der Digital-Skeptiker sind mit dem derzeitigen Stand zufrieden). Auch beim Blick in die Zukunft geht der Trend in diese Richtung: Mehr als 70 Prozent der Digital-Befürworter halten das jetzige Gesundheitssystem für zukunftsfähig. Von den Digital-Skeptikern teilen diese Auffassung nur knapp 50 Prozent. Ähnlich verhält es sich in anderen Fragen zum Gesundheitssystem: Wer digital ist, dem ist der Solidargedanke wichtig, der findet das Gesundheitssystem eher gerecht als unfair, glaubt an eine in Zukunft steigende Versorgungsqualität und würde für die Teilhabe am medizinischen Fortschritt auch höhere Beiträge akzeptieren.

Quelle: TK-Meinungspuls 2017.

Hoffen auf Fortschritt und Qualität

Bei der Frage, was die digitale Zukunft im Gesundheitssystem für die Menschen bereithält, fallen zwei Punkte besonders auf: Erstens sind acht von zehn Menschen in Deutschland der Ansicht, dass digitale Technologien und Vernetzung die medizinische Forschung besser vorantreiben werden. Eine ähnliche Mehrheit teilt zweitens die Erwartung, dass die Behandlungsqualität besser wird, weil sich Ärzte besser und schneller austauschen können.

59 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und also der Einführung neuer Technologien im Gesundheitswesen, Krankheiten früher erkannt werden. Zwei Drittel sind überzeugt, dass Krankheiten in Zeiten von mobilem Internet, Big Data und vernetzten Systemen besser behandelbar sein werden. Ebenso viele sind es, die sich von der Digitalisierung auch effizientere und dadurch kostengünstigere Behandlungsabläufe versprechen.

Quelle: TK-Meinungspuls 2017.

Sind meine Daten gut geschützt?

Kommunikation, Umgang mit großen Datenmengen oder innovative Verfahren – die Digitalisierung bringt vollkommen neue Möglichkeiten in der Forschung, der Versorgung, bei der Prävention und im Hinblick auf personalisierte Therapien mit sich. Gleichzeitig sind Datenschutz und Datensicherheit Fragen, die im Sinne der Versicherten und Patienten beantwortet werden müssen.

So ist eine der größten Sorgen die, ob durch die zunehmende Digitalisierung Gesundheitsdaten genauso gut geschützt sein werden, wie bisher. Hier müssen die Akteure und Innovatoren im Gesundheitswesen eng zusammenarbeiten, um verlässliche Lösungen zu entwickeln. Eine zentrale Aufgabe eines Gesundheitssystems der Zukunft wird der verantwortungsbewusste Umgang mit Daten sein – einerseits in Bezug auf den sicheren Schutz personalisierter Gesundheitsdaten, andererseits mit dem Blick auf die Chancen, die die anonyme Auswertung großer Datenmengen bietet (Stichwort „Big Data“). Eine Bedingung, die dabei nicht zur Debatte stehen darf: Der Patient, beziehungsweise Versicherte allein entscheidet, was mit seinen Daten passiert und wer einen Zugriff darauf bekommen soll.

Ein zentraler Datenspeicher und Schließfach des Versicherten: Mit Entwicklung der elektronischen Gesundheitsakte (eGA) ist von Seiten der TK zusammen mit IBM Deutschland ein erster Schritt vorwärts getan.


Über den Meinungspuls:

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der TK im Januar und Februar 2017 bevölkerungsrepräsentativ 2.001 Erwachsene in Deutschland zum Gesundheitssystem befragt. Die Themen: Solidarität und Wettbewerb, Finanzierbarkeit, Teilhabe am medizinischen Fortschritt und die Qualität der Versorgung in Stadt und Land sowie beim Arzt und im Krankenhaus. Der 52-seitige Studienband „TK-Meinungspuls Gesundheit 2017“ mit den Ergebnissen steht unter www.presse.tk.de zum Download bereit.


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