Startschuss TK-Accelerator
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Startschuss TK-Accelerator

Startschuss für den TK-Accelerator – so funktioniert unser neues Mentoring-Programm für Start-ups

01.08.2017

Im Rahmen der Health-i Initiative sucht die Techniker nach innovativen, digitalen Lösungen für das Gesundheitswesen. Klingt gut, oder? Doch was bedeutet das genau? Und warum brauchen wir dafür einen Accelerator? Unser Marketingleiter Andreas Bündert erklärt im Interview, was es mit der Initiative eigentlich auf sich hat.

Der Alltag wird immer digitaler: Die Tickets für die U-Bahn laden wir auf unser Handy, die Smartwatch erinnert uns an unseren nächsten Termin und dank Virtual-Reality-Brillen können wir fremde Welten erkunden ohne vom Sofa aufstehen zu müssen. Nur im Gesundheitswesen sind wir noch nicht so weit. Dabei ist gerade in diesem Bereich das Potential enorm. Das sehen auch wir als Krankenkasse – und versuchen mit zahlreichen Maßnahmen, die Digitalisierung voranzutreiben. Eine davon ist die sogenannte Health-i Initiative, im Rahmen dessen wir Start-ups helfen, ihre (digitalen) Produkte auf den Gesundheitsmarkt zu bringen.

Herr Bündert, warum unterstützt die TK gerade Start-ups?

Start-ups sind die Unternehmen von morgen! Viele neue Jobs entstehen in diesem Bereich. Das ist für unseren Vertrieb und unseren Firmenkundenservice ein wichtiges Handlungsfeld. Außerdem arbeiten die Jungunternehmen extrem schnell und agil, sie entwickeln in kürzester Zeit digitale Lösungen. In der Hinsicht können wir als großes Unternehmen viel für unsere Prozesse und Arbeitsweisen von den Start-ups lernen. Hinzu kommt, dass wir unseren Versicherten gerne digitale Angebote anbieten wollen – und die entwickeln vor allem Start-ups. Zu einer Kooperation kommt es trotzdem nur selten. Das Problem ist, dass viele Gründer bei der Entwicklung ihrer Produkte nicht an den ersten Gesundheitsmarkt denken. Das ist der Bereich, in dem wir als Krankenkasse agieren. Und dieser ist streng reguliert. Nur wenn neue Produkte gewissen Gesetzen entsprechen, haben wir überhaupt die Möglichkeit, sie für unsere Versicherten zu bezahlen. Daher versuchen wir schon mit Start-ups zusammenzuarbeiten, wenn ihr Produkt noch nicht ausgereift ist. So können wir ihnen helfen, zielgerichtet weiterzuentwickeln und im besten Fall das Produkt auch später unseren Kunden zur Verfügung stellen. So ist in der Vergangenheit zum Beispiel die Tinnitus-App „Tinnitracks“ und die Online-Videosprechstunde „Patientus“ entstanden.

Warum ist der TK so wichtig, Innovationen für das Gesundheitssystem zu suchen?

Die Digitalisierung erleichtert uns nicht nur unseren Alltag, sie kann auch unsere Gesundheit verbessern. Mehr Patientensicherheit, höhere Lebensqualität und bessere Wirtschaftlichkeit – das ist alles möglich. Wir brauchen nur die richtigen Angebote.

Die wollen Sie mithilfe der Health-i Initiative finden? Wie funktioniert das?

Die Initiative besteht aus zwei wesentlichen Bestandteilen: dem Health-i Award und dem TK Accelerator. Bis zum 15. Juni 2017 konnten sich die Start-ups für beide „Preise“ bewerben.

Der Award wird am 16. November 2017 verliehen. Die Jury, bestehend aus Mitgliedern des Health-i Boards (ein Think Tank von mehr als 100 Experten aus dem Gesundheitswesen) wählt die Gewinner aus. Es werden die besten Ideen und Produkte ausgezeichnet – unabhängig davon, ob sie für den ersten oder den zweiten Gesundheitsmarkt (der Bereich, in dem der Patient seine Produkte selbst bezahlt) sind. Die Start-ups können sich auf dem feierlichen Event präsentieren und sich mit Experten austauschen.

Der TK-Accelerator hingegen ist nur für Ideen mit Potenzial für den ersten Gesundheitsmarkt gedacht. Drei Start-ups wurden gezielt von uns ausgewählt. Dabei war für uns entscheidend, ob das jeweilige Produkt zu unseren Versicherten passt.

Und dann? Was passiert im TK-Accelerator genau?

Der TK-Accelerator ist ein dreimonatiges Mentoring-Programm. Während dieser Zeit werden wir die Start-ups sehr intensiv coachen – egal ob sie an einer Weiterentwicklung einer Idee arbeiten, einem konkreten Versorgungskonzept oder einem Produkt-Prototypen. Wir stellen den Gründern einen Coworking-Space und auch Labore oder Werkstätten zur Verfügung, erklären ihnen die Tücken des Gesundheitssystems, vernetzen sie mit Experten und Unternehmen und helfen ihnen auch bei der Vermarktung ihres Produktes. Startschuss ist heute – der 1. August 2017. Und der Innovationstag am 7. November 2017 ist das große Finale, auf dem die Start-ups präsentieren, was sie in 100 Tagen erreicht haben.

Wie läuft der Innovationstag ab?

Vor einem Publikum aus Ärzten, Versorgungsforschern, IT-Unternehmen, Medizinprodukteherstellern, Gesundheitspolitikern und Meinungsbildnern stellen die drei Start-ups aus dem Accelerator ihr Produkt und ihre Arbeit der letzten 100 Tage im Pitch vor und bekommen Feedback von den Experten. Anschließend findet ein Barcamp, ein lockerer und offener Workshop, statt, in dem es um das digitale Gesundheitwesen der Zukunft gehen wird: #healthecosystems.

Sie fungieren im TK-Accelerator als Pate. Was ist Ihre Aufgabe?

Wir sehen immer wieder, dass Start-ups von ihrer Idee begeistert sind. Ihr Augenmerk ist auf Innovation und Technik gerichtet. Es gehören aber noch andere Aspekte dazu, um Marktreife und -fähigkeit zu erlangen. Wo ist der Markt für das Produkt? Wer wären die Abnehmer? Wie positioniere ich mich am Markt? Bei diesen Fragen kann ich den Jungunternehmern als Marketingleiter der Techniker helfen.

Foto: Philips

 


Andreas Bündert

 

Seit 2014 leitet Andreas Bündert den Geschäftsbereich „Markt und Marketing“ der Techniker. Zuvor hat er langjährige Erfahrungen im Produktmanagement gesammelt, – unter anderem bei Beiersdorf, Holsten und Kelloggs. Vor seinem Wechsel zur Techniker leitete er die Medienvermarktung Nord bei Axel Springer.

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