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Big Data wird Patientenversorgung revolutionieren

01.03.2018

Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts: Immer größere Datenmengen können in kürzester Zeit analysiert und nutzbar gemacht werden. TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas erklärte beim Big-Data.AI Summit der Bitkom, wie die TK dieses Potenzial zum Wohl ihrer Versicherten nutzen will.

Egal ob Automobilindustrie, Handel oder Luft- und Raumfahrt – an Big Data kommt künftig kaum eine Branche vorbei. Das gilt ebenso für das Gesundheitswesen. Baas war der einzige Vertreter der Gesundheitsbranche beim Big-Data Summit, einer Veranstaltung des Digitalverbands Bitkom, bei der sich seit 2013 jährlich die Entscheider der Datenwirtschaft treffen. Rund 700 Teilnehmer, die sich mit fortschrittlichen Big-Data-Lösungen und künstlicher Intelligenz beschäftigen, Vertreter der Politik, Technologieanbieter, Strategieberater und Wissenschaftler kamen am 28. Februar im hessischen Hanau zusammen.

Baas zeigte sich fest davon überzeugt, dass die nächste medizinische Revolution in der intelligenten Nutzung und Verknüpfung von Daten liegen wird. Und profitieren wird davon am meisten der einzelne Patient.

Mit der eGA erstmals vollständige Transparenz für die Patienten

„Im Gesundheitswesen werden jeden Tag gigantische Datenmengen generiert. Diese Daten liegen bisher allerdings verstreut an verschiedenen Orten – in Arztpraxen, Kliniken, in Apotheken oder auch bei Krankenkassen“, so Baas. Für die Patienten sind die meisten dieser einzelnen Datensätze gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zugänglich.

„Doch die Menschen fordern zunehmend Transparenz über ihre individuellen Gesundheitsdaten – und das versteht die TK als klaren Auftrag.“

Der TK-Meinungspuls 2017 ergab, dass neun von zehn Befragten die Idee einer elektronischen Gesundheitsakte (eGA) befürworten. Damit die Patienten tatsächlich etwas mit den Daten anfangen könnten, gibt es aus Sicht des TK-Chefs vier Grundvoraussetzungen:

1. Die Daten müssen für die Patienten verständlich sein.
2. Die Daten müssen personalisiert sein.
3. Die Daten müssen teilbar sein, beispielsweise für Ärzte.
4. Der Patient muss selbst Herr über seine Daten sein.

Die TK werde ihren Versicherten mit der elektronischen Gesundheitsakte all dies ermöglichen. „Die Patienten erhalten durch die eGA erstmals vollständige Transparenz über ihre Daten – und nur sie allein entscheiden, ob, wann und wer außer ihnen noch Zugriff darauf haben wird.“

Big Data wird auch Arbeit von Ärzten verändern

Big Data werde aber nicht nur viele Möglichkeiten für die Patienten eröffnen, sondern auch Auswirkungen darauf haben, wie Ärzte in Zukunft arbeiten. Computer werden zunehmend in der Lage sein, Millionen individueller Gesundheitsdaten mit allen verfügbaren medizinischen Studien und Informationen abzugleichen. „Ich bin mir sicher, dass in ein paar Jahren jedes Röntgenbild von einem Computer vorbefundet wird. Und wenig später werden Ärzte wie selbstverständlich für all ihre Diagnosen und Therapiepläne auf ein Expertensystem zurückgreifen“, so Baas. Das werde die Versorgung der Patienten revolutionieren.

Hier der gesamte Vortrag im Video (in englischer Sprache):

Foto: Andreas Schwarz


Julia Abb ist Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der TK-Landesvertretung Hessen. In ihrer Freizeit fotografiert sie gerne oder verbringt Zeit im Garten mit ihren zwölf Hühnern. 

 

 

 


Weiterlesen:

Warum wir Big Data auch im Gesundheitswesen nutzen können – und müssen.

TK-Vorstand Jens Baas über die elektronische Gesundheitsakte.

Weitere Infos zum Thema digitale Gesundheit finden sich hier.

 

Ein Kommentar

  1. cjay1981
    cjay1981
    02.03.2018
    cjay1981 02.03.2018
    Dr. Baas einziger Vertreter der Krankenkasse. Das zeigt, dass die Techniker nicht wartet sondern selbst aktiv die Zukunft gestaltet.
    Antworten

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