Denise Jacoby

Rückenwind für die Videosprechstunde

Mittlerweile dürfen fast alle Arztgruppen Sprechstunden per Videochat durchführen. Wir haben nachgefragt, wie gut unsere Versicherten mit der Videosprechstunde im Rahmen der Tinnitracks-App zurechtkommen.

Die App hilft Betroffenen, mit einem akuten oder chronischen Tinnitus besser zu leben. Für einen gelasseneren Umgang mit ihrem Tinnitus hat Bärbel Paltz (66) zunächst das sechswöchige Selbsthilfeprogramm der Tinnitracks-Basis-Therapie durchlaufen und sich danach mit einer Fachärztin zur Videosprechstunde verabredet.

Videosprechstunde erspart lange Anreise und Wartezimmer

Hat die Tinnitracks-App mit Videosprechstunde ausprobiert: Bärbel Paltz.

„Das war das erste Mal, dass ich eine Videosprechstunde erlebt habe und es hat erstaunlich gut geklappt. Das Gespräch fühlte sich gar nicht anonym oder ‚technisch‘ an. Ich konnte meinen Gegenüber genauso gut sehen und sprechen, als ob wir uns persönlich gegenübersitzen würden. Es gab keine Wartezeiten, ich musste nirgendwo hingehen oder hinfahren und hatte auch keine Parkgebühren. Stattdessen konnte ich gemütlich zu Hause bei einer Tasse Kaffee auf den Anruf warten und fühlte mich in meinem privaten Umfeld auch sehr sicher.

Die App beantwortet zwar schon alle Fragen – wie der Tinnitus entsteht, welche Auslöser es gibt und was konkret helfen kann. Für mich war aber auch wichtig, zusätzlich mit einer echten Ärztin zu sprechen. Sie hat mir in der Videosprechstunde gezeigt, wie ich aktiv gegen den Tinnitus angehen kann. Das klappt nicht immer, aber oft.“

App hilft Patienten beim Selbstmanagement

Klaus Rupp leitet das TK-Versorgungsmanagement.

Aus Sicht von Klaus Rupp, dem Leiter des TK-Versorgungsmanagements, profitieren Tinnitus-Patienten vor allem von der einfachen Handhabe des digitalen Angebots.

„Mit der Videosprechstunde stellen wir unseren Versicherten eine weitere Behandlungsoption zur Verfügung, die die Chancen der Digitalisierung sinnvoll nutzt. Wer sich mit der App auf dem Smartphone vertraut gemacht hat, kann mit der Tinnitracks-Basis-Therapie unabhängig von Zeit oder Ort lernen, mit der Erkrankung besser umzugehen. Das verbessert deutlich die Lebensqualität.

Besteht nach dem Online-Programm weiterer Behandlungsbedarf, können die Versicherten das Gelernte in der Videosprechstunde von MindDoc vertiefen. Hierfür ist kein persönliches Erstgespräch in der Arztpraxis erforderlich. So kann die Videosprechstunde den Austausch erleichtern und eine echte Hilfe sein.“

Videosprechstunde ist keine Frage des Alters

Bernhard Backes, therapeutischer Leiter von MindDoc, betont, wie gut die Videosprechstunde in unsere digitale Welt passt.

Bernhard Backes, ist der therapeutische Leiter von MindDoc.

„Unsere Erfahrung zeigt, dass das eigenständige Arbeiten mit der Tinnitracks-App, ergänzt um Videositzungen, die herkömmlichen Therapiemethoden sinnvoll ergänzt – die Welt ist nun einmal digitaler geworden. Warum sollte die Tinnitracks-App die sich verändernden Lebensgewohnheiten nicht nutzen? Schließlich ist eine Therapie nur dann erfolgreich, wenn sie zum Patienten passt, und nicht umgekehrt.

Ein digitales Angebot lässt sich im Allgemeinen viel leichter in den Alltag integrieren als eine herkömmliche Face-to-Face-Therapie. Diese Rückmeldung bekommen wir immer wieder von Patienten. Es ist schlicht egal, ob Sie in der Stadt oder auf dem Land wohnen oder ob Sie nicht so mobil sind. Für Therapeuten wiederum ist es wertvoll, dass sie dem Alltag der Patienten näher sind als bisher. Sie bekommen einen Eindruck vom Wohnumfeld und auch Familienmitglieder können leichter für ein gemeinsames Gespräch hinzukommen. Gerade zu Beginn äußern manche Patienten Unsicherheit, vor allem im Umgang mit der Technik. Aber wer im Alltag Computer oder Smartphone bedienen kann, kommt auch mit der Videosprechstunde zurecht. Unsere ältesten Patienten sind über 70 Jahre alt!“

Weitere Infos

Die TK bietet die Tinnitracks-Basis-Therapie allen Versicherten bundesweit an. Das Programm vermittelt den Patienten Bewältigungsstrategien gegen den Tinnitus und beinhaltet bei Bedarf auch eine Videosprechstunde. Weitere Infos gibt es unter www.tinnitracks.com/de/tk sowie unter https://news.minddoc.de/videocounselling/.


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