Nicole Knabe

Ideenplattform für die Versorgung der Zukunft

Die Techniker Krankenkasse ist immer auf der Suche nach intelligenten Ideen für das Gesundheitswesen. Das TK-InnovationsPortal bietet Start-ups und Unternehmen alle Informationen, die sie für den Weg in den ersten Gesundheitsmarkt brauchen. Ein Blick hinter die Kulissen.

Im Januar 2021 ging es online, das TK-InnovationsPortal. Die Plattform richtet sich an Innovatorinnen und Innovatoren, die neuartige Versorgungsprodukte oder -leistungen anbieten. Das können junge Start-ups oder etablierte Unternehmen sein, aber auch Leistungserbringer und Institutionen wie Universitäten oder Forschungseinrichtungen.

Die Frau hinter dem InnovationsPortal: Julia Scheumann vom TK-Versorgungsmanagement.

Neue Produkte und Dienstleistungen in das deutsche Gesundheitssystem zu bringen, ist ein komplexer, zeitaufwändiger Prozess mit vielen Anforderungen – das reicht von der CE-Zertifizierungs-Pflicht für Medizinprodukte bis zum Nachweis über Nutzen und Wirksamkeit der Produkte. Den Durchblick zu behalten, ist da nicht immer ganz leicht und gerade für junge Start-ups eine Herausforderung. „Mit dem InnovationsPortal haben wir als TK einen zentralen Anlaufpunkt für Anbieterinnen und Anbieter von Versorgungsinnovationen geschaffen, wo sie alle wichtigen Informationen vorfinden“, erklärt Julia Scheumann aus dem Versorgungsmanagement der TK. Sie betreut das Portal zusammen mit ihrem Kollegen Dennis Cole. „Bevor es das Portal gab, erreichten uns Kooperationsanfragen über viele verschiedene Wege – ungebündelt und ungefiltert, das ist jetzt anders“, beschreibt er einen Vorteil der Plattform.

Leitfaden und Wegweiser

Auf dem TK-InnovationsPortal finden Interessierte Tipps für die Ausgestaltung und Weiterentwicklung von Versorgungsideen, die wichtigsten Regelungen, Anforderungen und Zugangswege des ersten Gesundheitsmarktes sowie eine Übersicht der aktuellen Themenschwerpunkte der TK. Die Informationen sind für drei Zielgruppen aufbereitet: Denen, die noch ganz am Anfang stehen und Unterstützung bei der Produktentwicklung benötigen, bietet der Leitfaden für die Produktentwicklung Hilfestellung. Für die, die schon weiter sind und mit einem fertigen Produkt in den ersten Gesundheitsmarkt eintreten wollen, gibt der Wegweiser durch das Gesundheitssystem Orientierung bei den rechtlichen Rahmenbedingungen und Anforderungen. Der TK-Innovationssteckbrief wiederum richtet sich an alle, deren Ideen schon einen gewissen Reifegrad vorweisen können und die grundlegenden Zugangsvoraussetzungen für den ersten Gesundheitsmarkt erfüllen.

Von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Versorgungsvertrag kann es bis zu drei Jahre dauern – das hängt auch vom Entwicklungsstand und der Komplexität der Innovation ab.

Dennis Cole, TK-Versorgungsmanagement

Schritt für Schritt zur Versorgungsinnovation

Mit dem Innovationssteckbrief können Start-ups und Unternehmen mit der TK in Kontakt treten und ihre Versorgungsinnovation einreichen, wenn sie Interesse an einer Kooperation haben. „Nach Eingang des Steckbriefs ermitteln wir die fachlich zuständigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner innerhalb der TK. Sie schauen sich die Anfrage genau an und prüfen das Potential für eine Zusammenarbeit“, berichtet Scheumann. In dem Steckbrief müssen die Interessierten unter anderem angeben, in welchem Stadium sich ihre Idee befindet, auf welchen Erkrankungsbereich sie sich bezieht, was der konkrete Kundennutzen des Produkts bzw. der Dienstleitung ist und was das konkrete Anliegen an die TK ist. Fällt die Entscheidung positiv aus, besteht die Chance auf einen Versorgungsvertrag: „Von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Versorgungsvertrag kann es zwischen ein und drei Jahren dauern – das hängt unter anderem vom Entwicklungsstand und von der Komplexität der Innovation ab“, erklärt Cole.

Dennis Cole aus dem TK-Versorgungsmanagement komplettiert das Duo hinter dem InnovationsPortal.

Breites Spektrum an Kooperationen

Das Portal kommt gut an. Seit Anfang des Jahres haben zahlreiche Anbieterinnen und Anbieter den Innovationssteckbrief genutzt und eine „Bewerbung“ eingereicht. Viele Anfragen betreffen aktuell Angebote zu mentaler Gesundheit und digitaler Physiotherapie. Im August 2021 startete zum Beispiel offiziell Aumio – eine Meditations- und Achtsamkeits-App für Kinder. Damit erweiterte die TK ihr Präventionsportfolio für Familien und Kinder um eine digitale Anwendung. Ein ganz neues Angebot, das im Dezember 2021 in die Versorgung startet, ist eCovery – digitale Physiotherapie für das Knie mit einem Selbstmanagement-Ansatz. Das heißt, das Angebot funktioniert ohne begleitenden Physiotherapeuten. Eine weitere Kooperation, die schon seit dem vergangenen Jahr von den TK-Versicherten genutzt werden kann, ist der Online-HautCheck – eine fachärztliche Online-Beratung bei Hautproblemen. Scheumann und Cole sind sich sicher, dass das InnovationsPortal noch viele Innovationen hervorbringen wird, die zu einer besseren Versorgung der TK-Versicherten beitragen. Seit die Plattform im Juni dieses Jahres auch in englischer Sprache verfügbar ist, erreichen die TK nun auch Ideen internationaler Start-ups einfacher.

Weitere Informationen

Produkte und Dienstleistungen, die ins deutsche Gesundheitswesen Einzug halten wollen, müssen konkrete Erfordernisse erfüllen. Alle wichtigen Informationen zu Regelungen, Zugangswegen und Anforderungen hat die TK auf dem InnovationsPortal zusammengestellt.


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