Silvia Wirth

MEDICA 2017 | Ein Blick in die Zukunft der Telemedizin

In Deutschland funktioniert die Kommunikation in Praxen und Krankenhäusern noch größtenteils analog. Das Fernbehandlungsverbot, das eine telemedizinische Behandlung ohne persönlichen Erstkontakt zwischen Arzt und Patient verbietet, lähmt den Ausbau von Online-Sprechstunden. Auf dem zweiten Tag der MEDICA zeigte Michael Chan, Mitgründer des Unternehmens InTouch Health, welche visionären Möglichkeiten der Telemedizin bereits heute in den USA und Asien genutzt werden.

Per Mausklick nach Thailand und Vietnam

Ein Krankenhausbett in Bangkok, Thailand. Ein Patient liegt in einer Stroke Unit, einer Abteilung, die auf die Sofortversorgung von Schlaganfallpatienten spezialisiert ist. Michael Chan nimmt seine Zuhörer auf dem MEDICA ECON FORUM by TK per Live-Schaltung mit in das Krankenhauszimmer in Südostasien.

Die Gäste des MEDICA ECON FORUMS verfolgten die Live-Schaltung nach Asien.

Ein Zoom auf die Monitore zeigt die Vitalwerte des Patienten. Sauerstoffsättigung, Puls und Blutdruck sind im grünen Bereich. Nächster Klick: Eine Intensivstation in einer Klinik in einer Provinzregion Vietnams. Eine Krankenschwester wechselt gerade den Infusionsbeutel eines Patienten. Das telemedizinische Netzwerk von InTouch Health macht es möglich, dass sich Ärzte jederzeit weltweit in Krankenzimmer schalten, die Gesundheit der Patienten checken und gegebenenfalls sogar Behandlungen durchführen können.

Insbesondere für Flächenländer und schwach besiedelte Regionen zeigt das Telemedizin-Konzept von InTouch Health, wie es möglich ist auch mit knappen Ressourcen jederzeit für alle Patienten eine Versorgung nach modernen Standards sicherzustellen. So muss nicht in jedem Krankenhaus ein Arzt für alle Fachrichtungen vor Ort sein, sondern kann bei Bedarf zugeschaltet werden.

Wie ist die Situation in Deutschland?

Am Nachmittag zeigte die Diskussion im MEDICA ECON FORUM zwischen Ärztevertretern über die Zukunft des Arztberufes, dass eine flächendeckende telemedizinische Versorgung in Deutschland unter Medizinern kontrovers diskutiert wird.

Während die Befürworter in den Videokonsultationen eine praktische Lösung sehen, um Versorgungslücken zu schließen und Fahrtwege zu vermeiden, befürchten die Kritiker eine Aufweichung des persönlichen Arzt-Patienten-Kontaktes.

… und bei unseren europäischen Nachbarn?

Unter den Podiumsgästen des MEDICA ECON FORUM 2017 war auch Prof. Janne Seemann von der Universität Aalborg. Sie erklärte, wie Telemedizin in Dänemark für die Behandlung schwerkranker COPD-Patienten genutzt wird.



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